Neuer Chef baut Allianz-Großkunden-Sparte um - 700 Jobs in Gefahr

Reuters

München (Reuters) - Dem geplanten Umbau der Allianz-Großkunden-Sparte AGCS sollen bis zu 700 Arbeitsplätze zum Opfer fallen.

Neuer Chef baut Allianz-Großkunden-Sparte um - 700 Jobs in Gefahr

Der neue Chef der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), Joachim Müller, will das verlustreiche Geschäft neu aufstellen und operativ im nächsten Jahr wieder in die schwarzen Zahlen bringen: Dann solle die Schaden-Kosten-Quote wieder unter 100 Prozent liegen, wenn die Coronakrise der Sparte nicht erneut einen Strich durch die Rechnung mache, sagte eine AGCS-Sprecherin am Mittwoch. Durch die Stellenstreichungen unter den 4450 Mitarbeitern, schlankere Strukturen und effizientere Prozesse sollen bis zum Jahr 2024 rund 200 Millionen Euro eingespart werden. Allein die Zahl der Management-Positionen will der nue Chef um 20 Prozent abbauen.

Müller war Ende 2019 von der Allianz Deutschland zu AGCS geschickt worden, um das Sorgenkind auf Vordermann zu bringen. "Wir richten unser Geschäft strategisch und organisatorisch neu aus", kündigte er nun an. "Wir erwarten ab 2021 eine deutliche Profitabilitätssteigerung unseres versicherungstechnischen Ergebnisses und streben den vollständigen Turnaround und die Transformation unseres Unternehmens bis 2024 an." Die "neue AGCS" kümmert sich weiterhin um globale Großkunden der Allianz in der Sachversicherung mit mehr als 500 Millionen Euro Umsatz als auch um spezielle Luftfahrt-, Schiffs- und Veranstaltungs-Risiken.

Letztere werden ihr 2020 erneut die Bilanz verhageln, weil die meisten Konzerttourneen, Sportereignisse und Shows wegen der Corona-Pandemie abgesagt sind. Das wird AGCS früheren Angaben zufolge allein mehrere hundert Millionen Euro kosten.

Aus einigen Sparten, die ihr in der Vergangenheit Verluste einbrockten - so das Agrar-Geschäft in den USA - zieht sie sich zurück, in anderen will Müller mit verbesserter Technik, einem spezialisierten Vertriebsteam und neuen Managern erreichen, dass sich AGCS bei Verträgen weniger oft verkalkuliert als bisher. "Wir haben die Exponierungen bereits erheblich reduziert und werden weiterhin Korrekturmaßnahmen vornehmen, wo dies erforderlich ist". AGCS habe ein Beitragsvolumen von rund 500 Millionen Euro aufgegeben, sagte die Sprecherin. Ein Teil davon soll durch Prämiensteigerungen in anderen Bereichen wettgemacht werden. Insgesamt kommt AGCS auf 9,1 Milliarden Euro Beiträge im Jahr.

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