Omikron dämpft - Wirtschaft schrumpft Ende 2021 um 0,7 Prozent

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Berlin (Reuters) - Die Coronavirus-Varianten Delta und Omikron haben die Konjunktur in Deutschland zum Jahresende deutlich gebremst.

Die Wirtschaft schrumpfte zwischen Oktober und Dezember um 0,7 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Minus von 0,3 Prozent gerechnet. Mitte Januar hatten die Statistiker in einer ersten Schätzung einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,5 bis 1,0 Prozent veranschlagt.

"Nachdem die Wirtschaftsleistung im Sommer trotz zunehmender Liefer- und Materialengpässe wieder gewachsen war, wurde die Erholung der deutschen Wirtschaft durch die vierte Corona-Welle und erneute Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen zum Jahresende gestoppt", erklärten die Statistiker. Besonders die Ausgaben der Verbraucher sanken Ende 2021, während die staatlichen Konsumausgaben zunahmen. Die Bauinvestitionen gingen im Vergleich zum Sommer zurück.

Es war der erste Rückgang des BIP seit dem ersten Quartal 2021. Viele Fachleute gehen davon aus, dass die Omikron-Welle die Konjunktur auch im laufenden ersten Quartal belastet. So könnte es zu einer technischen Rezession kommen - wenn die Wirtschaftskraft also in zwei Vierteljahren in Folge sinkt. "Omikron und Lieferketten bleiben vorerst hartnäckige Spielverderber", sagte Chefökonom Alexander Krüger von der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. "Für das laufende Quartal ist an eine dynamische Wachstumsrückkehr nicht zu denken." Auch Jens-Oliver Niklasch von der LBBW rechnet mit einer noch zurückhaltenden Konjunktur zum Jahresstart 2022 - "zumal üblicherweise hohe Inflation eine echte Konsumbremse ist". Er erwartet ab dem Frühjahr wie die meisten Experten dann eine spürbare Belebung, wenn die Virus-Pandemie abebben dürfte.

Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr insgesamt mit 3,6 Prozent Wirtschaftswachstum und für 2023 mit einem BIP-Plus von 2,3 Prozent, wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Bundestag sagte. "Wir haben eine robuste Wirtschaft und einen stabilen Arbeitsmarkt." Zu Jahresbeginn sei die Dynamik wegen der anhaltenden Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie aber noch gedämpft, erläuterte der Grünen-Politiker.

Im vergangenen Jahr hatte die Wirtschaft um revidiert 2,8 Prozent zugelegt. Sie konnte damit den Einbruch aus dem ersten Corona-Krisenjahr 2020 von 4,6 Prozent aber nicht ausgleichen.