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Online-Handel: Zwei-Faktor-Authentifizierung für Einzelhändler existenzbedrohend ++ Osram: Übernahme-Deal mit AMS rückt näher ++ SGL Group: Prognose-Senkung und Rücktritt schocken Anleger

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Online-Handel: Zwei-Faktor-Authentifizierung für Einzelhändler existenzbedrohend ++ Osram: Übernahme-Deal mit AMS rückt näher ++ SGL Group: Prognose-Senkung und Rücktritt schocken Anleger

Im Handelskonflikt mag die Spannung momentan etwas rausgenommen sein, das ändert aber nichts an der übergeordneten Situation. US-Handelsminister Wilbur Ross zufolge hat China im laufenden Handelskonflikt keine neuen Zugeständnisse gemacht. Die Verschiebung einiger Strafzölle auf chinesische Produkte bis Dezember sei nur mit der Sorge um das Weihnachtsgeschäft begründet, erklärte Ross am Mittwoch im Gespräch mit dem Sender CNBC.

Bislang gebe es auch noch keinen festen Plan, wie die Gespräche zu einem umfassenden Handelsabkommen weitergehen sollten. Beide Seiten wollten in den kommenden Wochen wieder telefonieren, für die ursprünglich geplante Verhandlungsrunde im September in Washington gebe es allerdings noch kein Datum, sagte Ross weiter. Die Verhandlungsführer aus Peking und Washington hatten am Dienstag vor der Ankündigung der Verschiebung der Strafzölle telefoniert.

Die Märkte hatte die Zoll-Verschiebung ohnehin nur kurz beruhigt. Gestern ging es nach mehreren Warnzeichen seitens Konjunkturdaten und inversen Zinskurven bei einigen Staatsanleihen wieder steil bergab.

Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach in einem Morgenkommentar vom Versuch einer Bodenbildung beim Dax. Die sinkenden Renditen am Anleihenmarkt haben die Sorgen vor einer weltweiten Rezession noch einmal  vergrößert. Auch an den Börsen in den USA und Asien suchten die Anleger das Weite. „Die Stimmung ist aktuell deutlich angeknackst.“, sagte Altmann.

Zwei-Faktor-Authentifizierung bedroht den Online-Einzelhandel

Der Einzelhandel fürchtet angesichts neuer Sicherheitsregeln fürs Bezahlen im Internet um die Zukunft kleiner Onlinehändler. Ab 14. September genügen die Nummer der Kreditkarte, deren Ablaufdatum und der dreistellige Prüfcode nicht mehr für Käufe im Netz, ein zusätzliches Element ist aus Sicherheitsgründen erforderlich.

„Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist deutlich komplizierter, die wenigsten Verbraucher kennen sie. Der Handel muss sie den Kunden erklären, weil die Banken diese Aufgabe teilweise nur unbefriedigend erfüllen“, kritisierte Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE). Vor allem kleine Onlinehändler könnten unter Druck geraten, wenn Kunden genervt abwanderten, falls ab 14. September das Bezahlen per Kreditkarte im Netz nicht reibungslos funktioniere. „Dadurch könnten große Online-Plattformen ihre Position weiter ausbauen“, warnte Binnebößel.

Der HDE fordert eine einheitliche Übergangszeit von 18 Monaten in der Europäischen Union. Auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) würde eine Übergangsphase von mindestens 18 Monaten sehr begrüßen. Eine EU-weite Verschiebung gilt aktuell jedoch als wenig wahrscheinlich.

Osram und AMS kommen einem Deal näher

Nach seinem Übernahmeangebot für Osram verhandelt der österreichische Halbleiterkonzern AMS mit dem Münchner Lampenhersteller seit Dienstag über ein Rahmenabkommen für einen Zusammenschluss. Die Gespräche seien „konstruktiv“, hieß es in einer am Mittwochabend verbreiteten Mitteilung von Osram. Bei AMS hieß es, man sehe „gute Fortschritte in den Verhandlungen“. Beide Seiten erklärten übereinstimmend, dass die Angebotsfrist für die AMS-Offerte wohl während der Laufzeit des bestehenden Übernahmeangebots von Bain Capital und The Carlyle Group, also vor Ablauf des 5. Septembers 2019, beginnen könne. Der Kurs der Osram-Aktie legte auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion leicht zu.

Quartalsberichtsaison neigt sich dem Ende zu

Die Quartalsberichtsaison der Unternehmen ist hierzulande so gut wie durch. An diesem Donnerstag stehen nur noch wenige Geschäftszahlen einiger Nachzügler auf der Agenda, darunter der Dünger- und Salzkonzern K+S. Am Vorabend nach Börsenschluss hatten bereits United Internet und 1&1 Drillisch ihre Zahlen vorgelegt. Die beiden Telekomunternehmen werden beim Blick auf 2019 vorsichtiger.

K+S: Höhere Kalipreise, ein steigender Absatz sowie der gesunkene Eurokurs haben K+S im zweiten Quartal ein Plus beim operativen Ergebnis (Ebitda) von 24 Prozent beschert. Dies war aber etwas niedriger als gemeinhin erwartet wurde. Die Mitte der neuen Ebitda-Zielspanne für das Gesamtjahr 2019 liegt ebenfalls unter der durchschnittlichen Analystenschätzung. Ein Händler sprach am Morgen in einer ersten Reaktion von einem gemischten Zahlenwerk, hob aber den freien Mittelzufluss positiv hervor. Die K+S-Aktien stiegen im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag um 3 Prozent.

United Internet: Der Telekommunikationsanbieter United Internet wird beim Blick auf das Gesamtjahr vorsichtiger. Der Umsatz dürfte 2019 unter anderem wegen des schwächer laufenden Hardware-Geschäfts nur noch um 2 (bisher: 4) Prozent zulegen, teilte das Unternehmen mit. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz um 1,1 Prozent und das operative Ergebnis um 11,4 Prozent nach oben. Zur Beruhigung der Gemüter kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm für bis zu 192 Millionen Euro an. Auf Tradegate stagnierten die Aktien zuletzt bei 26,76 Euro.

1&1: Die United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch rechnet nur noch mit einem Anstieg der Service-Erlöse um 3 (4) Prozent. Beim Ebitda wird nun ein Anstieg um 8 (10) Prozent angepeilt. Der Umsatz legte im ersten Halbjahr um 0,4 Prozent zu, das Ebitda wuchs um 0,1 Prozent. Die Papiere von 1&1 Drillisch fielen auf Tradegate um 2 Prozent.

SGL Group verkündet Gewinnwarnung und Vorstandsrücktritt

Aktien der SGL Group haben am Donnerstag vorbörslich mit einem Kurseinbruch auf eine Gewinnwarnung des Kohlefaserspezialisten und den Rücktritt von Vorstandschef Jürgen Köhle reagiert. Auf der Handelsplattform Tradegate sackten sie im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag um rund 15 Prozent auf 4,60 Euro ab. Auf Xetra wäre das der tiefste Stand seit Oktober 2002. Allein seit einem Zwischenhoch Mitte April summiert sich der Verlust der Papiere damit auf rund 45 Prozent

Die Gewinnwarnung komme überraschend, nachdem das Unternehmen erst Anfang August seinen Jahresausblick bestätigt habe, monierte ein Händler am Morgen. Dies sei auch ein Manko für die Glaubwürdigkeit des Managements.

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: Sergey Ryzhov/Shutterstock.com

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