onvista-Börsenfuchs: Der Dax hat Grippe – lasst Euch nicht anstecken

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onvista-Börsenfuchs: Der Dax hat Grippe – lasst Euch nicht anstecken

Hallo Leute! Puh, den Dax hat’s heute voll erwischt. Aber nicht nur den, auch andere Aktienmärkte. Kriegen die September/Oktober-Bären wieder mal Recht? Vielleicht, gut möglich. Die Gründe sind bekannt. Vor allem die steil steigenden Energiepreise werden zu einem ernsten Problem. Sie werden die Inflation weiter anheizen, ist die verbreitete Sorge. Und wenn es dann auch noch einen harten Winter gibt … Ganz nebenbei muss die Börse noch andere miese Meldungen verkraften: Heute zum Beispiel die Nachricht, dass die deutsche Industrie im August einen unerwarteten Auftragseinbruch erlitten hat. Die Unternehmen sammelten 7,7 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat. Das ist der größte Rückgang seit April 2020, als die Corona-Krise für eine Nachfrageflaute sorgte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 2,1 Prozent gerechnet.

Die Deutsche Bank wies schon vorbörslich darauf hin, dass die Dax-Kennzahlen eine hohe Bewertung zeigen. Im historischen Vergleich war unser Leitindex selten so teuer bewertet wie heute. Auch im Vergleich zur jeweiligen Bewertung des marktbreiten europäischen Stoxx 600 wird der Dax derzeit „recht teuer“ gehandelt. Vor diesem Hintergrund ist der Index im aktuellen Marktumfeld anziehender Zinsen, Sorgen über Lieferketten und abnehmendes Wachstum sowie hoher Rohstoffkosten sicherlich anfällig für einen Rücksetzer. Jo, schon passiert.

Die Technischen Analysten ahnten das. Summa summarum bleibt der deutsche Leitindex auch am heutigen Mittwoch weiter unter Druck, hieß es schon am frühen Morgen. Nun gilt es zunächst, wichtige Supports zu halten (Achtung, Fachbegriffe): Die 15.527 Punkte und das damit einhergehende Erschöpfungs-Gap bleiben wie die 14.980 Zähler das „charttechnische Maß der Dinge“. Ebenso die 200-Tage-Linie bei 15.0120 Zählern. Die heutige Tagesbandbreite wird sich wieder zwischen 15.233 und 14.980 Indexzählern einpendeln. Die Candelsticks zeugen von extremer Nervosität und Unsicherheit. Tja, es ist ja noch schlimmer gekommen. Mich stört vor allem, dass der gleitende 200-Tage-Durchschnitt nach unten durchbrochen wurde.

Was tun? Nur kurz- bis mittelfristig tickende Typen unter Euch (bis etwa zwei Jahre Anlagehorizont) müssen sich das fragen. „Buy the dip“, ist eine gängige, aber total umstrittene Empfehlung. Keiner weiß nämlich, wie tief der Rückschlag ausfallen wird. Nee, gefällt mir momentan nicht. Auch der ähnliche Rat erfahrener Strategen, Rücksetzer zum Einstieg zu nutzen, ist mit Vorsicht zu genießen. Ja, es wird weiterhin keine Alternative zu Aktien geben. Schon gar nicht durch Anleihen. Aber bis zur Erholung des Dax kann noch viel passieren. Kann. Deshalb sagt mein Bauchgefühl, es wäre besser, erst mal nix zu machen. Auch nicht nervös aussteigen. Geduld fällt schwer. Und wer besonders vorsichtig statt mutig ist, verpasst auch manchmal einen Teil der Chance. Guckt mal, wie die nächsten Tage werden.

Hinweis: Die Inhalte des „onvista-Börsenfuchs“ dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder.
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