Reisebranche setzt nach Umsatzeinbruch auf spürbare Erholung

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Reisebranche schöpft nach einem weiteren schwachen Geschäftsjahr wegen der Corona-Krise Zuversicht.

Mit den seit Sommer steigenden Buchungszahlen könnte ein Wendepunkt erreicht sein, erklärte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, am Mittwoch. "Wenn es so bleibt, wie es sich darstellt, werden immer mehr Kunden Mut fassen, sich den lang gehegten Reisewunsch zu erfüllen", ergänzte er. "Wir werden eine deutliche Belebung unseres Geschäfts sehen." Im zu Ende gehenden Reisejahr 2020/21 seien die Umsätze der Veranstalter 69 Prozent oder zwölf Milliarden Euro hinter denen des Vorkrisenjahres 2018/19 zurückgeblieben - in etwa so viel wie schon 2019/20.

"Die Erholung ist noch nicht in vollem Umfang da", schränkte Fiebig ein, denn die Unsicherheit über Rückschläge in der Pandemie mit erneuten Reiserestriktionen bleibe hoch. Nur rund die Hälfte der Unternehmen hätten in einer Umfrage des DRV die Aussichten für das kommende Jahr als gut bis sehr gut bezeichnet, die andere Hälfte rechne mit einer mäßigen bis schlechten Entwicklung. Eine Geschäftserholung auf Vorkrisenniveau prognostizierten 60 Prozent der Befragten erst für 2023, ein Drittel sogar erst 2024.

Die vom DRV zu Beginn der Pandemie befürchtete Insolvenzwelle sei in der Branche dank der staatlichen Unterstützung wie Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen ausgeblieben. Es habe nur einige Marktaustritte gegeben, sagte Fiebig. Neun von zehn befragten Veranstaltern und Reisebüros hätten erklärt, die Hilfe habe ihre Existenz gesichert. "Die Regierung hat vernünftig die Weichen gestellt und einen Superjob gemacht", betonte der DRV-Präsident. "Viele europäische Länder haben uns darum beneidet, wie unsere Branche unterstützt und behandelt wurde." Sollte die Erholung wie erhofft anhalten, wären keine neuen Hilfen notwendig.

Ein großes Problem für die Reisebranche ist nach Einschätzung des DRV der Mangel an Arbeitskräften. Knapp zwei Drittel der befragten Betriebe gaben an, niemanden entlassen zu haben. Doch bei der Hälfte seien Beschäftigte von sich aus gegangen, um die Branche zu wechseln. Inzwischen müssten die Unternehmen um Arbeitnehmer werben. Die Firmen sollten den gewachsenen Ansprüchen der Nachwuchskräfte wie einer ausgeglichenen Work-Life-Balance entgegenkommen und trotz geringer Gewinnspannen auch die Gehaltsstruktur verbessern, riet der Verband.

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