Russland - IS-Kämpfer aus Syrien und Libyen dringen in Afghanistan ein

Reuters

Moskau (Reuters) - Kämpfer der radikal-islamischen IS-Miliz dringen nach Erkenntnissen der russischen Regierung in Afghanistan ein.

Sie kämen aus Syrien, Libyen und anderen Ländern, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Mittwoch. Russland werde seinem Verbündeten Tadschikistan militärischen Beistand leisten, sollte dessen Sicherheit von Afghanistan aus bedroht werden, fügte Schoigu hinzu. Die Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates (IS) sind bereits seit Jahren neben den radikal-islamischen Taliban in Afghanistan aktiv und werden für zahlreiche Anschläge verantwortlich gemacht.

Die Lage in Afghanistan, das im Norden an Tadschikistan grenzt, ist instabil. Dort hatten unlängst Hunderte afghanische Soldaten auf dem Rückzug vor der Offensive der Taliban die Grenze nach Tadschikistan überquert. Nachdem die afghanische Regierung Sonderflüge zur Rückführung der Soldaten organisiert hatte, wurden diese von Tadschikistan zurückgeschickt.

Russland, das einen Militärstützpunkt in Tadschikistan unterhält, plant für kommenden Monat ein gemeinsames Manöver mit Tadschikistan und Usbekistan, das ebenfalls an Afghanistan grenzt. In Tadschikistan hat das Militär vor wenigen Tagen sein bislang größtes Militärmanöver abgehalten.

Die Taliban haben bereits viele Bezirke in Afghanistan unter ihre Kontrolle gebracht. Dem Vormarsch der Extremisten war der Beginn des Abzuges ausländischer Truppen vorausgegangen. Bis Ende August sollen alle US-Soldaten abgezogen werden. Von 1996 bis zu ihrem Sturz durch die US-geführten Truppen 2001 hatten die Taliban Afghanistan beherrscht und die Menschenrechte massiv beschnitten. Die USA intervenierten in dem Land an der Spitze eines Nato-Bündnisses kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Die Taliban-Regierung in Kabul hatte sich geweigert, gegen die Al-Kaida von Osama bin Laden, dem Drahtzieher der Anschläge in den USA, vorzugehen und wurden rasch gestürzt. Allerdings zogen sich ihre Kämpfer unter anderem ins Nachbarland Pakistan zurück und formierten sich neu.

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