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Saisonal steigt der VIX (also fällt der Aktienmarkt) ab Juli - Auch in 2018?

Harald Weygand

Allerdings ist in 2018 bisher die Vola nicht unbedingt niedrig. Insofern fraglich, ob die Saisonalität auch in 2018 zieht. Dennoch anbei ein Beitrag meines Kollegen Clemens Schmale über den VIX saisonal. Sie als Anleger sollten die Saisonalität kennen.

Wir befinden uns mitten in der Angstzeit des Jahres. Ab Ende Juli bis Anfang Oktober haben Anleger wenig zu lachen. Bester Ausdruck dafür ist die Volatilität. Der saisonale Verlauf des S&P 500 Volatilitätsindex VIX steigt im Normalfall ab Ende Juli bis Anfang August an (Grafik 1).

Die erste Jahreshälfte ist für gewöhnlich ruhig. Die Volatilität sinkt tendenziell. In diesem Jahr war das natürlich anders. Eine Korrektur im Februar trieb die Volatilität nach oben. Sie blieb danach weiterhin erhöht, erreichte zuletzt aber wieder sehr niedrige Werte im Bereich von 12. Der VIX war zwar höher als im Durchschnitt, doch die Systematik blieb gleich: ein vorläufiges Hoch im Februar und danach ein Abwärtstrend bis Juli.

Höhere Volatilität ist eng mit fallenden Kursen korreliert. Es wundert daher nicht, dass die monatliche Durchschnittsperformance im August und September nicht gut ist (Grafik 2). Der August ist knapp negativ und damit der zweitschlechteste Monat des Jahres. Nur der September verläuft noch schlechter.

Sind diese beiden Monate durchgestanden, können Anleger auf die Jahresendrallye hoffen, die im Oktober oder November beginnt. Dieses saisonale Muster ist ziemlich zuverlässig, auch wenn es nur bedingt gute Erklärungen dafür gibt, weshalb Aktien gerade im September so schlecht performen.

Die magere Performance im August und insbesondere die ansteigende Volatilität lassen sich erklären. Es ist Urlaubssaison. Die Umsätze an der Börse sind entsprechend niedrig. Bei geringem Handelsvolumen können selbst kleinere Orders den Markt bewegen. Wegen fehlender Liquidität ist der Markt anfällig für größere Kursbewegungen.

Das wird in diesem Jahr nicht anders sein. Ob es deswegen auch tatsächlich mit den Kursen nach unten geht, bleibt abzuwarten. Ein großer Stolperstein wurde ja eigentlich aus dem Weg geräumt. Die EU und die USA konnten sich im Handelsstreit auf Verhandlungen einigen. Das bedeutet zwar nicht, dass der Streit beigelegt ist, doch zumindest sollte an dieser Front erst einmal Ruhe herrschen und kein Störfeuer entstehen.

Andere Baustellen bleiben bestehen. Eine Verständigung mit China blieb bisher aus. Das kann jederzeit für neue Unruhe sorgen. Trump hat bereits angekündigt, dass Waren im Wert von 200 Mrd. als nächstes auf der Zollliste stehen. Entspannung sieht anders aus.

Die Risiken bleiben bestehen. Es gibt auch keinen Grund davon auszugehen, dass wir in diesem Jahr deutlich von der Saisonalität abweichen werden. Für Anleger heißt das, dass sie sich jetzt am besten zurücklehnen und nicht auf jede kleinste Marktbewegung reagieren sollten.

Autor: Clemens Schmale

(© BörseGo AG 2018 - Autor: Harald Weygand, Head of Trading)

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Harald Weygand Harald Weygand Head of Trading bei GodmodeTrader.de

Harald Weygand entschied sich nach dem Zweiten Staatsexamen in Medizin, einer weiteren wirklichen Leidenschaft, dem charttechnischen Analysieren der Märkte und dem Trading, nachzugehen.

Nach längerem, intensivem Studium der Theorie ist Weygand als Profi-Trader seit 1998 am Markt aktiv. Im Jahr 2000 war er einer der Gründer der BörseGo AG und des Portals www.GodmodeTrader.de . Dort ist er für das charttechnische Coverage von Aktien, Indizes, Rohstoffen, Devisen und Anleihen sowie die fachliche Führung des Traderteams zuständig.

Über die Branche hinaus bekannt ist der Profi-Trader für seine Finanzmarktanalysen sowie aufgrund seiner Live-Analysen auf Anlegerveranstaltungen und Messen. Weygand ist zudem gern gesehener Interviewgast bei N24, n-tv und dem Deutschen Anlegerfernsehen.

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