Staatsanleihen: Regierungskrise in Italien erhöht die Unsicherheit – Bund-Futures steigen weiter, italienische Anleihen stark unter Druck

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Staatsanleihen: Regierungskrise in Italien erhöht die Unsicherheit – Bund-Futures steigen weiter, italienische Anleihen stark unter Druck

Die Regierungskrise in Italien hat die Kurse deutscher Staatsanleihen gestützt. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future kletterte auf 177,40 Punkte. Am Donnerstagnachmittag hatte der Bund-Future noch deutlich unter 177 Punkten notiert. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen fiel um 0,03 Prozentpunkte auf minus 0,592 Prozent.

Regierungskrise in Italien

Nach nur 14 Monaten an der Macht ist die Populisten-Allianz aus rechter Lega und Fünf-Sterne-Bewegung in Italien gescheitert. Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini sieht keine Zukunft mehr für das Regierungsbündnis und forderte am Donnerstagabend eine Neuwahl. Regierungschef Giuseppe Conte warf dem Anführer der rechten Lega am Donnerstagabend in Rom vor, dass dieser aus der Zustimmung, die seine Partei gerade genießt, Kapital schlagen wolle. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und leidet unter einer schwächelnden Wirtschaft und einem hohen Schuldenstand.

Die Kurse italienischer Staatsanleihen gerieten stark unter Druck. Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen stieg im Gegenzug um 0,22 Prozentpunkte auf 1,74 Prozent. Die Kurse anderer südeuropäischer Länder wie Spanien und Portugal gaben etwas nach.

Die Welt der Anleihen steht Kopf

Die Auswirkungen der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheit sind zunehmend bemerkbar. Die Bestände an Staatsanleihen, die mit negativen Renditen gehandelt werden, sind auf ein absolutes Rekordhoch von 15 Billionen US-Dollar angewachsen. Das entspricht nach letzten Angaben der Deutschen Bank einem Viertel aller im Umlauf befindlichen Anleihen. Seit Oktober 2018 hat sich die Menge verdreifacht.

Die eigentliche Funktion der Anleihen wird in diesem Umfeld im Grunde ad absurdum getrieben, da Käufer von Staatsanleihen den Nationen eigentlich Geld zahlen, in der Erwartung, es nach Ablaufdatum mit einem Zins wiederzuerhalten. Jetzt bezahlen Anleger so gesehen sogar dafür, den Staaten Geld zu leihen. Die Maßnahmen der Notenbanken, die Wirtschaft vor einer schwachen Konjunktur, bis hin zur Rezession mit extrem lockerer Geldpolitik entgegenzuwirken, verstärkt diesen Effekt.

Lesen Sie auch: Der Wahnsinn mit den Staatsanleihen – Was sind die Gründe für die negativen Renditen?

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: welcomia / Shutterstock.com

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