Stahlkonzern Voestalpine stimmt Aktionäre auf unsichere Zeiten ein

Reuters

- von Alexandra Schwarz-Goerlich

Wien (Reuters) - Der Linzer Stahlkonzern Voestalpine stellt sich nach einem hohen Verlust im abgelaufenen Jahr auch in den kommenden Monaten auf verhaltene Geschäfte ein.

Da die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Europa, in Nord- und Südamerika sowie in Asien teilweise noch in Kraft seien, sei im ersten Quartal mit einem dramatischen Rückgang der Gesamtwirtschaft zu rechnen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die weitere Entwicklung könne nur grob eingeschätzt werden. "Aus heutiger Sicht erscheint ein Szenario einer Verbesserung der Gesamtwirtschaft nach dem Sommer 2020 wahrscheinlich", sagte Konzernchef Herbert Eibensteiner. Die Aktionäre schöpften Hoffnung auf bessere Zeiten. An der Wiener Börse legten die Voestalpine-Aktien in einem festeren Gesamtmarkt über fünf Prozent auf 19,4 Euro zu.

Operativ zeichnen sich für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2020/21 hohe Einbußen ab. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet der Konzern zwischen 600 Millionen Euro und einer Milliarde Euro. Es könnte sich damit im schlimmsten Fall halbieren. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr, wo sich die Corona-Krise erst im Schlussquartal ausgewirkt hatte, lag das Ebitda bei 1,2 Milliarden Euro. Der Konzern will nun verstärkt auf die Kosten schauen und Investitionen zurückfahren. Stabilisierend wirke die breite Aufstellung des Konzerns. Die Standorte in China würden etwa aktuell nahezu auf dem Niveau vor Ausbruch der Pandemie produzieren, erklärte Voestalpine. Auch der Bereich Eisenbahninfrastruktur spüre in den meisten Regionen der Welt eine gute Nachfrage. Voestalpine ist Weltmarktführer bei hochqualitativen Eisenbahnweichen.

VOESTALPINE STREICHT NACH HERBEM VERLUST DIVIDENDE ZUSAMMEN

Im abgelaufenen Geschäftsjahr musste der Konzern mehrmals seine Ziele über Bord werfen. Neben einer Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds infolge der weltweiten Handelskonflikte machten den Österreichern die höheren Preise für Eisenerz bei gleichzeitig sinkenden Stahlpreisen zu schaffen. Zudem schwächte sich bereits vor Corona die Nachfrage der Automobilbranche ab. Für den Stahlkonzern, der Bleche und Karosserieteile produziert, sind die deutschen Autobauer BMW, Daimler oder VW wichtige Kunden.

Insgesamt fiel der Betriebsverlust (Ebit) 2020/21 mit 89 Millionen Euro geringer aus als angekündigt. Im April rechnete der Konzern noch mit einem operativen Verlust von 135 Millionen Euro nach einem Gewinn von 779 Millionen Euro im Jahr davor. Unter dem Strich häufte sich nun ein Verlust von 216 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 459 Millionen Euro. Die Ergebnisse wurden durch negative Sondereffekte, vor allem Abschreibungen und Vorsorgen, belastet. Das Ebit wurde mit 485 Millionen Euro belastet. Der Umsatz schrumpfte um 6,2 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Den Aktionären wird die Gewinnausschüttung auf 0,20 (1,10) Euro je Aktie gekürzt. Die Hauptversammlung findet wie geplant am 1. Juli virtuell statt.

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