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Thyssenkrupp: Zahlen bekannt, Streit neu ++ Bayer: Nächste Verhandlung startet im Februar ++ Evotec: Neue Kooperation treibt Aktie

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Thyssenkrupp: Zahlen bekannt, Streit neu ++ Bayer: Nächste Verhandlung startet im Februar ++ Evotec: Neue Kooperation treibt Aktie

Der Dax beweist Mut. Ausgerechnet heute startet der deutsche Leitindex einen Erholungsversuch. Genau an dem Tag, der die Situation zwischen Brüssel und Rom weiter eskalieren lassen könnte. Die EU-Kommission wird heute über den italienischen Staatshaushalt entscheiden. Nicht wenige Experten glauben, dass die Kommission ein Defizitverfahren einleitet.

Italien bleibt locker

Bislang hat Rom der EU die kalte Schulter gezeigt und auch vor möglichen Strafen keine Angst gezeigt. Vielleicht weil die Südländer nicht mit Sanktionen rechnen. Sie verstoßen nicht als erste gegen die Regeln. Deutschland hat es unter Bundeskanzler Gerhard Schröder mit dem Stabilitätspakt ebenfalls nicht so genau genommen. Frankreich hat sich zehn Jahre lang höher neuverschuldet, als vom Maastricht-Vertrag erlaubt. Übrigens mehr als doppelt so viel, wie es die derzeitige Regierung in Italien plant. Gegen die Schuldensünder Spanien und Portugal hat die EU alle Sanktionen gestrichen. Daher dürften die Italiener davon ausgehen, mit einem blauen Auge davonzukommen.

Neue Härte der EU

Irgendwann muss die europäische Gemeinschaft allerdings anfangen durchzugreifen. Sonst verliert sie ihre Glaubwürdigkeit und es entsteht der Eindruck, dass jeder machen kann was er will. Daher ist ein Defizitverfahren nicht unwahrscheinlich. Dieses würde Italien wahrscheinlich locker wegstecken. Was jedoch schwieriger werden dürfte, ist die Reaktion des Anleihenmarktes. Steigen die Renditen für die italienischen Staatsanleihen weiter, dann wird dies das größere Problem für die Südländer. Ab 4 Prozent kommt Italien an einen kritischen Punkt. Aktuell liegt die Rendite für 10-Jährige bei 3,5 Prozent, Tendenz steigend.

Dax trotzdem im Plus

Der deutsche Leitindex scheint die Italien-Problematik und die schlechten Vorgaben von der Wall Street heute auszublenden. Er entfernt sich wieder ein Stück von der 11.000 Punkte Marke und startet mit 11.140,20 Punkten in den Tag. Ein Plus von 0,67 Prozent. Die zuletzt arg gebeutelte Aktie von Wirecard setzt sich mit einem Plus von über 2 Prozent direkt an die Dax-Spitze. Bleibt zu hoffen, dass die EU-Kommission den heutigen Erholungsversuch nicht schlagartig abwürgt.

Thyssenkrupp: Gewinn fast weg - Neuer Aufsichtsratschef noch nicht da

Cheflenker Guido Kerkhoff buhlt nach den Einbrüchen beim Ergebnis und Aktienkurs um das Vertrauen bei den verschreckten Investoren.  „Wir bekennen uns klar zu unseren bestehenden Performance-Zielen. Mit den Geschäftsbereichen sind Maßnahmen vereinbart, um diese zu erreichen“. Lediglich das vor einem Joint Venture mit Tata Steel stehende Stahlgeschäft konnte überzeugen. Bei den restlichen Sparten kämpfen fast alle Bereiche mit Einbußen.

Zusätzlich bekommt sich der Aufsichtsrat in die Haare

Das höchste Gremium von Thysenkrupp konnte sich nicht auf die Berufung des scheidenden Daimler-Finanzchefs Bodo Uebber einigen. Ursache hierfür sei, dass Uebber eine Erhöhung der Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats gefordert habe. Dies sei bei den Arbeitnehmervertretern auf Widerstand gestoßen. Uebber soll nach dem Willen der Kapitalseite, darunter die Krupp-Stiftung, auch die Nachfolge des derzeitigen Aufsichtsratschefs Bernhard Pellens antreten.

Pläne stehen weiterhin

Kerkhoff kündigte an, das Stahl-Joint-Venture und die geplante Aufspaltung des Konzerns voranzutreiben und die Sparten auf Rendite zu trimmen. „Die Teilung reduziert die Komplexität und erlaubt es beiden Unternehmen, unabhängiger, schneller und zielgerichteter auf Kunden und Märkte zu reagieren und Investoren mit unterschiedlicher Ausrichtung anzusprechen.“ Kerkhoff will den Konzern in eine Industrial AG um die lukrative Aufzugssparte und eine Materials AG aufteilen, zu der unter anderem die Beteiligung an dem geplanten Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel gehören soll. Über die Pläne soll die Hauptversammlung im Januar 2020 abstimmen. Die genauen Pläne sollen im vierten Quartal 2019 vorgestellt werden und über die beiden Vorstandsteams bereits in Frühjahr entschieden werden.

Bayer: Nächste Verhandlung rückt näher

In den USA kommt eine weitere Klage gegen die Bayer-Tochter Monsanto wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat im Februar vor Gericht. Das kündigte ein Bezirksrichter in San Francisco am Dienstag an. Es geht demnach um den Fall eines Mannes aus Kalifornien, der vor einem Bundesgericht verhandelt werden soll.

Neue Schadensersatzforderung?

Erst im Oktober hatte ein US-Gericht überraschend ein Urteil gegen Monsanto bestätigt, in dem erstmals Glyphosat für die Krebserkrankung eines Klägers verantwortlich gemacht wurde. Die Strafsumme wurde aber von zunächst 289 Millionen Dollar auf 78 Millionen verringert. Seit dem ersten Urteil im August brach der Bayer-Aktienkurs um mehr als 30 Prozent ein.

9.300 Klagen anhängig

Monsanto weist die Vorwürfe zurück. Auch Bayer hat immer wieder beteuert, das Glyphosat sicher sei. In den USA sind rund 9300 Klagen wegen Glyphosat anhängig. Das Mittel zählt zu den am meist eingesetzten und umstrittensten Unkrautvernichtern in der Landwirtschaft.

Kurz & knapp:

Evotec: Das Unternehmen hat heute den Beginn einer Forschungszusammenarbeit mit Immuneering Corporation, einem weltweit führenden Anbieter datengetriebener Wirkstoffforschung, bekannt gegeben. Ziel ist es, neue niedermolekulare Substanzen zur Behandlung seltener, erblicher Stoffwechselerkrankungen zu entdecken. Diese Partnerschaft kombiniert Evotecs führende induzierte pluripotente Stammzellplattform („iPSC“) sowie ihr breites Spektrum an Wirkstoffforschungskapazitäten mit Immuneerings einzigartiger auf künstlicher Intelligenz basierender Wirkstoffforschungsplattform, um die Identifizierung von Liganden für neue Zielstrukturen zu beschleunigen. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Evotec mit Immuneerings proprietärer, computerbasierter Plattform Fluency öffentliche und proprietäre Daten analysieren, um die Identifizierung neuer Wirkstoffkandidaten voranzutreiben, die schließlich zur Entwicklung neuer Medikamente für seltene erbliche Stoffwechselerkrankungen führen können.

Airbus: Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern hat einen neuen Finanzchef gefunden. Der Verwaltungsrat nominierte den Infineon -Finanzchef Dominik Asam als Nachfolger für Harald Wilhelm, wie Airbus am Mittwoch in Toulouse mitteilte. Der 49-Jährige Asam tritt das neue Amt den Plänen zufolge nach der Hauptversammlung des Konzerns am 10. April 2019 an. Infineon teilte unterdessen in München mit, dass die Nachbesetzung der Position eingeleitet wurde.

STS Group AG: Der Systemlieferant für die Automobilindustrie mit Schwerpunkt auf die Nutzfahrzeugindustrie, setzt seine positive Geschäftsentwicklung fort. Von Januar bis September 2018 entwickelte sich der Konzernumsatz weiterhin dynamisch. So erzielte die STS Group AG Umsatzerlöse in Höhe von 309,2 Millionen. Dies entspricht einem Wachstum von 53,5 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode und gründet im Wesentlichen auf den im Geschäftsjahr 2017 getätigten Akquisitionen und dem damit verbundenen Ausbau der Geschäftstätigkeiten. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 10,2 Millionen Euro, ein Rückgang von fast 80 Prozent. Verantwortlich dafür ist ein einmaliger positiver im Vorjahreszeitraum in Höhe von 47,0 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Adjusted EBITDA stieg dagegen deutlich um 12,9 Millionen Euro auf 21,1 Millionen.

Genrali: Der italienische Versicherer Generali will in den kommenden drei Jahren seinen Gewinn weiter steigern und die Kosten senken. Bis 2021 solle der Gewinn je Aktie im Schnitt um 6 bis 8 Prozent pro Jahr zulegen, teilte Generali am Mittwoch in Mailand bei der Vorstellung seiner mittelfristigen Ziele mit. Die europäischen Versicherungsmärkte würden auch künftig attraktiv bleiben. Chancen sieht der Konzern angesichts wachsenden Wohlstands in der Vermögensverwaltung. Wachstum versprechen laut Generali neben Privatkunden, kleine und mittlere Unternehmen in den Kernmärkten Italien und Deutschland.

Bis 2021 sollen zudem die Schulden reduziert werden und damit auch die jährliche Zinslast sinken. Die Aktionäre will Generali ebenfalls bedenken und jährlich 55 bis 65 Prozent des Gewinns ausschütten. Die Eigenkapitalrendite soll in den kommenden drei Jahren im Schnitt bei über 11,5 Prozent liegen.

Von Markus Weingran

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Foto: ricochet64 / Shutterstock.com

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