Wachstum bei Firmenkrediten im Euro-Raum verliert etwas an Dynamik

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Das zuletzt starke Wachstum bei den Firmenkrediten hat inmitten der anhaltenden Corona-Krise etwas an Schwung verloren.

Wachstum bei Firmenkrediten im Euro-Raum verliert etwas an Dynamik

Banken vergaben im März zwar 5,3 Prozent mehr Darlehen an Unternehmen als vor Jahresfrist, wie die EZB am Donnerstag mitteilte. Noch im Februar aber hatte der Zuwachs bei 7,0 Prozent gelegen. Dabei ist diesmal zu berücksichtigen, dass die Vergleichsbasis schon die Anfänge der Pandemie in Europa im Frühjahr 2020 erfasst. An die Privathaushalte reichten die Geldhäuser im März 3,3 Prozent mehr Darlehen aus wie vor Jahresfrist. Im Februar hatte der Zuwachs bei 3,0 Prozent gelegen.

Zu Pandemiebeginn vor einem Jahr sei die Kreditvergabe an Firmen außergewöhnlich hoch und der besonderen Situation geschuldet gewesen, sagte KfW-Chefvolkswirtin Friederike Köhler-Geib. Dieser Basiseffekt werde sich auch in den nächsten Monaten negativ auf die Zahlen auswirken. "Allerdings zeigen verschiedene Umfragen auch, dass die Kreditnachfrage ebenfalls zurückgegangen ist. Dies könnte auf eine Entspannung des akuten Liquiditätsbedarfs der Unternehmen hindeuten", sagte die Expertin. Vor allem hänge dies mit der Investitionszurückhaltung der Firmen im Zuge der Pandemie zusammen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in der vergangenen Woche beschlossen, angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie ihre Geldschleusen weit offen zu halten. Nach wie vor sei ein großes Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung für die Wirtschaft notwendig, hatte Notenbank-Chefin Christine Lagarde erklärt. Die Währungshüter wollen das Tempo bei ihren umfangreichen Anleihenkäufen im laufenden zweiten Quartal deutlich erhöhen. Damit möchten sie erreichen, dass die Finanzierungskosten für Unternehmen, Staaten und Haushalte niedrig bleiben. Der Kreditfluss an die Wirtschaft soll gestützt werden.

Die Geldmenge M3 erhöhte sich im März um 10,1 Prozent. Volkswirte hatten einen minimal stärkeren Anstieg von 10,2 Prozent erwartet. Zu der Messgröße M3 gehören unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten und Geldmarktpapiere. Volkswirte verfolgen die Entwicklung der Geldmenge genau. Denn M3 gilt auf mittlere bis lange Sicht als Barometer für die Inflationsentwicklung.

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