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Zuviel ist zuviel – DAX gibt Gewinne wieder ab

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Die Euphorie im DAX ist schon wieder verpufft. Der Dow startet verhalten, Italien lenkt nicht ein und in den hinteren Reihen hagelte es Gewinnwarnungen. Insgesamt dann wohl doch etwas zu viel für die Anleger – der deutsche Leitindex dreht ins Minus.

Zuviel ist zuviel – DAX gibt Gewinne wieder ab

Italien ist nicht einsichtig

Italien hat einmal mehr signalisiert, dass Rom die Bedenken aus Brüssel zur Kenntnis nimmt, aber nicht gedenkt etwas dagegen zu unternehmen. Die angepeilte Erhöhung des Defizits sei angesichts der „dramatischen wirtschaftlichen Lage, in der sich die benachteiligten Schichten der italienischen Gesellschaft befinden“, eine „schwierige aber notwendige Entscheidung“, schrieb heute Finanzminister Giovanni Tria in der von Brüssel geforderten Stellungnahme zum Staatshaushalt.

Ball liegt wieder in Brüssel

Die spannende Frage ist jetzt, wie die EU auf die Antwort des italienischen Finanzministers reagiert. Lässt Brüssel die Situation eskalieren? Aber, wie? Italien aus der EU zu schmeißen, dürfte keine Alternative sein. Nach Griechenland hat Italien die zweithöchste Staatsverschuldung. Strafzahlungen zu verhängen, macht da auch nicht unbedingt Sinn. Welche Mittel hätte Brüssel im Ernstfall, um Italien zum Einlenken zu bewegen?

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Über die Börse?

Eigentlich können nur Anleger und Investoren Italien vom eingeschlagenen Kurs abbringen. Wird weiter Geld aus dem Land abgezogen und legen die Rating Agenturen weiter nach, könnten die Anleihen-Renditen weiter ansteigen. Experten gehen davon aus, dass es ab 4 Prozent langsam aber sicher ungemütlich werden dürfte in Rom. Schon der aktuelle Stand von 3,3 Prozent ist kein Zuckerschlecken für Italien.

Eine stolze Summe

„Das kostet den Staat ordentlich Geld,“ so Commerzbank-Ökonom Marco Wagner gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Denn je höher der Zins, desto teurer werden neue Schulden für die italienische Regierung.“ Bis Ende 2019 würden 440 Milliarden Euro an Anleihen fällig – angesichts des derzeitigen Risikoaufschläge bedeute das Mehrkosten von etwa vier Milliarden Euro, so Wagner weiter.

Trotz aller sanften Töne sind die Probleme rund um Italien aktuell nicht kleiner geworden und auch vom deutschen Markt kommen eher schlechte Nachrichten als gute Nachrichten.

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Drei Gewinnwarnungen in kürzester Zeit

Sowohl Leonie als auch Fuchs Petrolub haben wegen der schlechten Aussichten in der Automobilbranche ihre Prognosen gesenkt. Die fallenden Preise für Ethanol haben zudem CropEnergies einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Südzucker-Tochter musste heute zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose senken. Nachdem die Aktie zwischenzeitlich zweistellig im Minus lag, erholt sich das Papier mittlerweile wieder etwas.

Autowerte drehen auch ins Minus  

Zum Handelsstart waren die deutschen Autowerte in der Gewinnerliste im DAX noch ganz weit vorne zu finden. Bundeskanzlerin Merkel will mit neuen Gesetzen Dieselfahrverbote erschweren. Das beflügelte die Branche noch in den frühen Handelsstunden. Die Gewinnwarnung von Leoni und Fuchs Petrolub kippten dann allerdings die positive Stimmung. Zudem hat Audi noch Probleme mit seinem neuen Elektrofahrzeug.

Dow startet im Minus

Bis zum US-Handelsstart hatte der DAX den Kampf um eine positive Performance für den Tag noch nicht aufgegeben. Als der amerikanische Leitzindex nach einem verhaltenen Start ins Minus drehte, schloss sich der deutsche Leitindex dem Stimmungswechsel an.

Von Markus Weingran

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