onvista-Börsenfuchs: Märkte im Panik-Modus

onvista · Uhr

Hallo Leute! Heute Morgen konnte einem voll schlecht werden. Panikartige Kursturbulenzen – vor allem unglaubliche Preissprünge bei Gas, Öl und Sprit. Dazu ein Crash am Aktienmarkt, der später großenteils wieder aufgeholt wurde. Und Gold als Krisenmetall schraubte sich an seinen historischen Höchststand heran. Mannomann (muss ich jetzt „Frauofrau“ dranhängen?), die Lage ist total beschissen. Schlimmer noch, überall breitet sich Angst beim Blick auf den weiteren Jahresverlauf aus. Pandemie + Krieg, das verhindert Gelassenheit. Beruhigende Parolen will keiner mehr hören, wenn er ganztags die entsetzlichen Bilder aus der Ukraine mit den Flüchtlingsströmen von Frauen und Kindern sieht. Angesichts der drohenden Energieknappheit ist es nicht mehr weit, bis die Leute Aktien verkloppen, um stattdessen Lebensmittel und Mineralwasser zu bunkern.

Technische Analysten machen erst mal keine Hoffnung: Die kurz- bis mittelfristigen Abwärtstendenzen beim Dax bleiben weiterhin gegeben, schreibt mir Martin Utschneider von Donner & Reuschel. Die kurzfristigen Warnsignale der letzten Wochen haben sich bewahrheitet. Leider wurden diese drastisch durch die russische Invasion verschärft. Und die deutschen Fundamentaldaten werden den Dax wenig stützen. Im Gegenteil. Nun kursiert wieder die Angst vor einer Stagflation. Die Inflation ist weiterhin immens hoch und die Notenbanken könnten aufgrund des Ukraine-Krieges nun doch weniger schnell die Zinsen anheben. Weder markt- noch charttechnisch ist aktuell eine seriöse Bodenbildung ersichtlich.

Ausgerechnet an einem solchen Tag kommen auch noch die Stimmungsforscher von Sentix mit ihren Konjunkturindizes heraus, die auf regelmäßigen Befragungen von mehr als 5.000 Anlegern in über 20 Ländern beruhen. Ergebnis: Ukraine-Krise lässt Konjunktur in Euroland drastisch einbrechen. Dabei stürzen die Erwartungen so stark abwie noch nie in der rund 20-jährigen Sentix-Konjunkturindex-Historie. Auch in Deutschland zeigt sich ein vergleichbares Bild, Lage- und Erwartungswerte brechen weg.

Kaum im Amt steht die Berliner Ampel also vor kaum lösbaren Aufgaben. Und trotzdem: Ich traue unserer neuen Regierung einiges zu! Neben außenpolitischem Fingerspitzengefühl gilt es jetzt vor allem, eine nachhaltige Verknappung von Energie und Rohstoffen zu verhindern. Und Ihr, meine Freunde, könnt (wenn Ihr wollt) erst mal den Cash-Anteil im Portfolio hochfahren – mein Vorschlag: bis auf etwa 50 Prozent Geld & Gold zusammengenommen.

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