CROPENERGIES - Guter Jahresstart und kritische Worte

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  • CropEnergies AG - WKN: A0LAUP - ISIN: DE000A0LAUP1 - Kurs: 12,760 € (XETRA)

Über die jüngste Prognoseerhöhung beim Bioethanolproduzenten Cropenergies berichtete ich Mitte Juni. Den Artikel finden Sie hier. Die Aktie hat sich in einem schlechten Umfeld anschließend gut geschlagen. Heute berichtet das Unternehmen über die Ergebnisse des ersten Quartals 2022 und sendet ein paar Spitzen in Richtung Politik.

Umsatz- und Ergebnissprung

Im Detail sprang der Umsatz in den Monaten März bis Mai von 214 Mio. EUR im Vorjahr auf 399 Mio. EUR. Das operative Ergebnis explodierte regelrecht von 15 auf 87 Mio. EUR. 281.000 Kubikmeter Ethanol produzierte Cropenergies im ersten Quartal. Im Vorjahr lag der Wert nur bei 235.000 Kubikmetern. Als Hauptgrund für das positive Abschneiden führt das Management Preissicherungen für Rohstoffe und Energie an, die bereits vor Beginn des Ukraine-Krieges und den damit verbundenen Preisanstiegen getätigt worden waren. Das Problem: Diese Sicherungen werden in den kommenden Monaten erkennbar nachlassen. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass das erste Quartal 2022/23 bereits das stärkste des laufenden Geschäftsjahres war.

Auf Verbios Spuren

Nachdem Verbio vor einigen Wochen ein äußerst unglücklich formuliertes Statement gegenüber der Politik und der Kritik an Biosprit losgelassen hat, legt Cropenergies heute nach. Das Management kritisiert das mögliche EU-Verbot von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2035. Cropenergies begrüße zwar grundsätzlich die ambitionierteren Ziele der EU, den Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 auf mindestens 40 % zu steigern, lehne jedoch ein faktisches Verbot von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab. Dr. Stephan Meeder, CEO Cropenergies AG kommentiert: "Dies ist ein klarer Verstoß gegen den Grundsatz der Technologieoffenheit und Technologieneutralität. Wieder einmal werden nur die Emissionen am Auspuff der Fahrzeuge berücksichtigt. Lebenszyklusemissionen von Fahrzeugen ohne lokale Emissionen, wie zum Beispiel Elektroautos, werden vollkommen ignoriert. Denn die Emissionen aus der Herstellung der Akkus werden ebenso wenig eingerechnet wie jene des verwendeten Ladestroms. Es bleibt nun abzuwarten, wie die endgültige Einigung zwischen Parlament und Rat ausfallen wird. Aber schon heute ist zu befürchten, dass die Regelung nicht technologieoffen ausfallen wird und damit der Tatsache nicht Rechnung getragen wird, dass unterschiedliche Antriebs- und Kraftstoffoptionen noch lange Zeit benötigt werden, um die Klimaziele im Transportsektor zu erreichen bzw. den verschiedenen Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden."

Ich bin gespannt, ob derartige Kommentare nun zur neuen Mode in Pressemitteilungen werden und halte sie persönlich, egal, welche Position man bei der derzeitigen Diskussion einnimmt, für fehl am Platz.

Zurück zu den Zahlen: Nach der Prognoseerhöhung erwartet Cropenergies für das Gesamtjahr 2022/23 einen Umsatzanstieg auf 1,45 bis 1,55 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis dürfte 165 bis 215 Mio. EUR erreichen. Allerdings warnen die Verantwortlichen auch vor zahlreichen Unwägbarkeiten wie stark steigende Energiepreise.

Widerstand bei 13,30 EUR

Aus charttechnischer Sicht bewegt sich die Aktie seit Monaten in einer Range. Dabei hat sich die Marke von 13,30 EUR als Widerstand erwiesen. Darüber wäre der Bereich 14,14 bis 14,62 EUR erreichbar. Auf Unterseite ist die Zone 9,92 bis 9,64 EUR wichtig.

Fazit: Nach dem herausragenden ersten Quartal dürfte Cropenergies in den kommenden Monaten kleinere Brötchen backen. Mehr als eine Halteposition ergibt sich derzeit nicht, zumal die Aktie wichtige Widerstände erreicht bzw. sich diesen genähert hat.

Jahr 2021 2022e* 2023e*
Umsatz in Mrd. EUR 1,08 1,57 1,36
Ergebnis je Aktie in EUR 1,02 1,20 1,06
KGV 13 11 12
Dividende je Aktie in EUR 0,35 0,45 0,45
Dividendenrendite 2,73 % 3,52 % 3,52 %
*e = erwartet
CROPENERGIES-Guter-Jahresstart-und-kritische-Worte-Chartanalyse-Bastian-Galuschka-GodmodeTrader.de-1 CropEnergies-Aktie (Wochenchart)

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GodmodeTrader 2022 - Autor: Bastian Galuschka, Stv. Chefredakteur)

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