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Nel: Volles Auftragsbuch verhindert wohl schlimmeres - Aktie erholt sich im Tagesverlauf - italienischer Wasserstoff-Player die bessere Wahl?

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: Ralf Liebhold/Shutterstock.com

Am Ende des Tages scheint das Licht beim norwegischen Wasserstoff-Spezialisten wohl doch zu überwiegen. Der Inflation Reduction Act of 2022 von Joe Biden, mit dem nicht nur die Inflation gesenkt werden soll, sondern auch saubere Energie-Lösungen fördern soll, lässt die Aktien aus der Branche weltweit florieren und wohl auch größere Mängel in den Hintergrund rücken. Plug Power konnte schon mit seinen Zahlen nicht überzeugen und trotzdem griffen die Anleger zu und bei Nel sehen wir heute ein ähnliches Bild. Obwohl die Zahlen für das zweite Quartal einige Schwachstellen enthalten und unter den Erwartungen lagen, verringert die Aktie im Tagesverlauf ihre Verluste immer mehr. Mittlerweile sind aus fast Minus 5 Prozent ein hauchdünnes Plus geworden.

Umsatz und Verlust legen zu

Wie gewohnt konnte Nel bei den Erlösen zulegen. Sie stiegen um 12 Prozent auf 183 Millionen Norwegische Kronen (umgerechnet 18,7 Millionen Euro). Die Experten hatten allerdings mit einem dynamischeren Wachstums gerechnet. Sie hatten Umsätze in Höhe von fast 257 Millionen Norwegischen Kronen (umgerechnet 25,8 Millionen Euro) auf ihren Zetteln. 

Was auch nicht gerade ein Empfehlungsschreiben für die Anleger ist: Der Verlust beim EBITDA wurde gegenüber dem Vorjahreswert kräftig ausgebaut. Hier steht steht jetzt ein Minus 197 Millionen Norwegische Kronen (umgerechnet etwas mehr als 20 Millionen Euro) gegen über 120 Millionen Norwegischen Kronen vor Jahresfrist. Dieser Wert liegt nicht nur höher als die Erwartungen, er ist auch höher als der Umsatz. Ist das ein einmaliger Ausrutscher, dann ist es zu verkraften. Bleibt es bei den kommenden Bilanzen ebenfalls so, dann sollten die Alarmglocken lauter schrillen.

Auftragsbuch ist der Rettungsanker

Nachdem Nel bereits vor den Zahlen den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte vermeldet hatte, spiegelt sich dies auch beim Auftragsbuch wider. Es ist weiterhin prall gefüllt. Gegenüber dem Vorjahr ist das Volumen um 33 Prozent angezogen und steht damit ebenfalls auf dem höchsten Stand der Unternehmensgeschichte. Und dabie ist der angesprochene Auftrag noch nicht verbucht, da er erst im dritten Quartal eingegangen ist. Somit dürfte das Auftragsbuch auch im dritten Quartal einen höheren Rekordbestand aufweisen. 

Quelle: Homepage Nel

Aktie nur für starke Nerven geeignet

Die Aktie hat sicherlich schon deutlich schlimmer auf ähnliche Quartalszahlen reagiert. Die hohe Nachfrage und die Tatsache, dass Nel eine zweite Fertigungsreihe für seine Elektrolyseure aufbaut, die 2024 die Produktion aufnehmen und ungefähr 35 Millionen Euro kosten soll, stimmt die Anleger heute wohl zuversichtlich, dass sich die Zahlen bei Nel auch mal wieder aufhellen. 

Allerdings wird das sicherlich nicht in diesem Jahr der Fall sein und deswegen ist die Aktie auch mit der Gefahr behaftet in einem schlechten Marktumfeld deutlich unter Druck zu geraten. Da Nel nicht profitabel arbeite, dürften die kommenden Zinssteigerungen der EZB die Anleger nicht gerade auf die Seite von Nel drücken. 

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Trotzdem hat die Aktie zuletzt, wie viele Werte aus dem Bereich regenerative Energien, deutlich zugelegt. Daher sollten investierte Anleger das Papier laufen lassen und sich für den Fall der Fälle eine Schmerzgrenze nach unten festlegen. Mein Tipp wäre im Bereich von 1,20 Euro. 

Für einen Neueinstieg sind mir die Zahlen allerdings zu schwach.  Da aber klar ist, dass in Zukunft Wasserstoff eine immer größere Rolle spielen wird, tendiere ich zu einem anderen Wert. Anleger, die auf Wasserstoff setzen möchten und es lieber etwas konservativer haben möchten, sollten einen Blick auf die Papiere von Industrie De Nora werfen. 

Der italienische Wasserstoff-Spezialist gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Elektroden, welche ein wichtiger Bestandteil der Technologie zur Erzeugung von grünem Wasserstoff sind und arbeitet bereits profitabel. Hier sind die Zahlen für das erste Quartal, die am 4. August veröffentlicht wurden, durchaus ein Empfehlungsschreiben zum Einstieg in die Aktie. 

Quelle: De Nora

Analysten sind begeistert

Erst in dieser Woche haben sowohl die Credit Suisse als auch Goldman Sachs die Aktie zum Kauf empfohlen. Die Schweizer Bank sieht das Kursziel bei 18,50 Euro und die amerikanische Investmentbank ist sogar noch ein gutes Stück optimistischer und hält 24 Euro im Kurs für möglich.

Das Bonbon bei Industrie de Nora

Der italienische Wasserstoffspezialist ist zu 34 Prozent an Thyssenkrupps Wasserstoff-Tochter Nucera beteiligt. Sollte der Börsengang des gemeinsamen Unternehmen wieder konkreter werden, dann dürfte nicht nur das Papier von Thyssenkrupp davon profitieren. Für mich ist Industrie De Nora daher im Bereich Wasserstoff eine deutlich bessere Alternative als aktuell Nel. 

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