Kutzers Zwischenruf: Die Börsen-Bullen brauchen den Frieden

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Quelle: Sittipong Phokawattana / Shutterstock.com

„Dax unterbricht seine Erholungsrally“, „Aktienhandel wartet auf neue Impulse“ – solche und ähnliche Headlines dominierten die Börsenberichte im heutigen Tagesverlauf. Eigentlich nichts Besonders. Aber nach dem fulminanten Start ins letzte Quartal, der tags darauf schon wieder wie ein Fehl- oder Frühstart aussah, kommen Zweifel auf: Wackelt die Börse weiterhin, unberechenbar und ohne soliden Trend? Es wäre doch kein Wunder, denn andererseits ist es eher überraschend, dass die schwerwiegenden Konflikte und Krisen die führenden Börsen nicht noch stärker als bisher unter Druck gesetzt haben.

Die intensive Diskussion in Wirtschaft, Politik und in der gesamten Bevölkerung über die fatalen Folgen der historisch hohen Inflation und die Energiekrise sind am Punkt. Meldung von heute dazu: Die durch Inflation ausgelösten Sorgen haben in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Inzwischen zählt jeder zweite Bundesbürger (49 %) die steigenden Preise zu den drei größten persönlichen Sorgen, 5 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Das ergab die jüngste Erhebung der monatlich in 29 Ländern durchgeführten Studie „What Worries the World“ des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos.

Zum Vergleich: Vor genau einem Jahr besorgte die Inflation hierzulande gerade einmal 12 Prozent der Befragten. Auch weltweit (40 %) nimmt das steigende Preisniveau bereits zum sechsten Mal in Folge den ersten Rang auf der Liste der größten Sorgen der Menschen ein. Auf den Plätzen zwei und drei der Sorgenskala der Deutschen folgen die Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit (38 %) und die Sorge vor den Folgen des Klimawandels (33 %).

Man kann es drehen und beleuchten wie man will – Wladimir Putin ist der entscheidend Schuldige. Sein aggressiver Krieg gegen die Ukraine, der inzwischen in Annexionen einmündet, muss als Ursache auch für alle anschließenden Fehlentwicklungen verurteilt werden. Mit anderen Worten: Kein Anleger sollte ohne die ost-west-politische Friedenskomponente auf einen baldigen konjunkturellen Wiederaufschwung oder auf monetäre Normalisierung oder auf Geldwertstabilisierung bauen, solange im Osten Europas geschossen und getötet wird und man sogar über die Risiken einer atomaren Eskalation diskutiert.

Stellen Sie sich doch einmal vor, geschätzte Anleger, Sie würden irgendwo zwischen New York und Los Angeles leben – warum sollten Sie Ihr Vermögen gerade jetzt an europäischen Finanzmärkten investieren? Nein, hier kommt es auf den Kreml an, auf die Ansätze von Friedensgesprächen bzw. den Rückzug Russlands. Bis dahin bleibt jede Aktienanalage in den Dax & Co. politisch brisant.  

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