AKTIE IM FOKUS: Aroundtown geraten unter Druck nach Geschäftszahlen

dpa-AFX · Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Aroundtown sind am Dienstag nach Gewinnen zum Handelsstart ins Minus abgerutscht. Zuletzt notierten die Papiere des Immobilienunternehmens 2,5 Prozent tiefer bei 2,47 Euro und gehörten damit zu den schwächsten Werten im MDax . Der Index der mittelgroßen Werte gab zeitgleich um rund 0,6 Prozent nach. Offensichtlich kamen die Geschäftszahlen von Aroundtown auf den zweiten Blick weniger gut an als in ersten Reaktionen.

Der Gewerbeimmobilien-Spezialist sieht sich auf Kurs zu seinen bestätigten Jahreszielen. Der operative Gewinn (FFO1) stieg in den ersten neun Monaten um drei Prozent. Im vergangenen Jahr war der FFO1 im Jahresvergleich um ein Prozent auf gut 353 Millionen Euro gesunken.

Experten äußerten sich in ersten Reaktionen generell zufrieden bis wenig überrascht. Die wichtigsten Kennziffern des Immobilienkonzerns hätten seine Schätzungen knapp übertroffen, schrieb Analyst Kai Klose von der Privatbank Berenberg. Dagegen beurteilte Andre Remke von der Baader Bank die Resultate als "ein wenig schwächer" als von ihm erwartet. Mit Andreas Pläsier von Warburg Research gab es auch einen Analysten, der im operativen Ergebnis eine positive Überraschung sah.

Die Immobilienbranche wurde in diesem Jahr besonders deutlich von den Zins-, Inflations- und Rezessionssorgen der Anleger gebeutelt. So hat der Sektorindex seit Jahresbeginn fast 40 Prozent eingebüßt - so viel wie keine andere Branche. Mit den steigenden Leitzinsen wird Bauen teurer, sowohl für private Bauherren als auch für große Wohnungsbaugesellschaften. Diese leiden zudem unter stark steigenden Energiepreisen und dem Mangel an Fachkräften. Damit werden Immobilienaktien weniger attraktiv, weil sie mit ihren recht üppigen Dividendenzahlungen weniger punkten können als in einem Nullzinsumfeld.

Mit minus 53 Prozent zählt Aroundtown denn auch zu den schwächsten MDax-Werten 2022, und das obwohl sie sich vom Rekordtief von 1,73 Euro Mitte Oktober um rund 43 Prozent erholt haben./edh/la/ck/mis

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