Deutsche Bank am Dax-Ende

Nach Credit-Suisse-Rettung: Bankaktien stark unter Druck

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Quelle: Pla2na/Shutterstock.com

Nach der "Notfallrettung" der Credit Suisse wird erneut ein schwerer Handelstag für Banken und Versicherer erwartet. Ist die Angst vor Ansteckungseffekten auch bei den deutschen Banken noch zu groß?

"Notfallrettung" der Credit Suisse

Am Wochenende war es überraschend noch einmal sehr turbulent im Bankensektor geworden, denn die bereits seit Monaten angeschlagene Credit Suisse musste nun in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gerettet werden. Beteiligte waren dabei der große Konkurrent UBS und die Schweizerische Notenbank, die den 3,25-Milliarden-US-Dollar-Deal zur Rettung und Übernahme des Geldhauses stemmten.

Allerdings scheint im Bankensektor immer noch keine Ruhe eingekehrt zu sein und der Stoxx Europe 600 Banks, der schon in der Vorwoche im zweistelligen Prozentbereich (-11,5 Prozent) verlor, lag auch binnen der ersten Handelsstunde am Montag 1,5 Prozent Minus. 

Grund für die weiter bestehenden Sorgen sind laut Aussage einiger Marktbeobachter die Anleihen der Credit Suisse. Trotz der Maßnahmen von der Schweizerischen Notenbank und EZB, wieder Normalität in den Sektor zu bringen, werden Teile der Zinspapiere nämlich wertlos verfallen. Aktuell ist aber noch nicht vollständig geklärt, wer wie viele Anteile dieser Schuldverschreibungen hält.

Was bedeutet das für deutsche Aktien?

Für Banken, auch für die beiden deutschen Player Deutsche Bank und Commerzbank, bedeutet dies, dass das Zittern noch weitergeht. Auch wenn die Deutsche Bank bereits betonte nahezu keine der angesprochenen Papiere und auch keine Versicherungspolicen im Zusammenhang mit der Credit Suisse zu halten, konnte sich die Aktie nicht vom Trend des europäischen Bankensektors lösen.

Das große deutsche Finanzinstitut verlor heute in der ersten Handelsstunde beinahe 10 Prozent an Wert, während der kleinere Konkurrent Commerzbank sich mit einem Minus von 7,5 Prozent nur leicht besser halten konnte.

Zu groß scheint aktuell immer noch die Sorge vor Dominoeffekten, was den Kursverlauf der in "Sippenhaft" genommenen Anteilsscheine von Deutsche Bank und Commerzbank erklären würde. Allerdings sehen auch einige Marktbeobachter wie beispielsweise Morningstar eine Chance in dem Abverkauf. So hat die Ratingagentur beide Papiere heute Morgen mit "Kaufen" eingestuft.

Fazit

Die Unsicherheit bleibt also im europäischen Bankensektor, trotz aller bisherigen Maßnahmen von Notenbanken, bestehen und Anleger sollten bei den Aktien weiter mit heftiger Volatilität rechnen. Trotzdem ist es aktuell keineswegs Zeit in Panik zu verfallen und bei Ausbleiben weiterer derartiger Ereignisse, wie man sie bei der Credit Suisse gesehen hat, dürfte sich das Vertrauen in die Geldhäuser früher oder später wieder erholen.

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