Irans Parlamentssprecher Kalibaf registriert sich für Präsidentenwahl

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Dubai (Reuters) - Im Iran hat sich nun auch Parlamentssprecher Baker Kalibaf als Kandidat für die Präsidentenwahl Ende Juni registrieren lassen.

"Wenn ich nicht als Kandidat antrete, wird die Arbeit, die wir in den vergangenen Jahren zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme der Menschen begonnen haben und die nun Früchte trägt, nicht abgeschlossen werden", begründete Kalibaf am Montag seinen Schritt. Mit seiner Bestätigung als Parlamentssprecher vor wenigen Tagen war erwartet worden, dass Kalibaf auf eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt verzichtet. Bis zum Mittag hatten sich einem Vertreter der Wahlbehörde zufolge etwa 60 Kandidaten angemeldet. Sie werden nun vom erzkonservativen Wächterrat auf ihre Eignung geprüft. Die Liste der qualifizierten Kandidaten wird am 11. Juni veröffentlicht werden.

Kalibaf hatte bereits an zwei Präsidentenwahlen teilgenommen - allerdings ohne Erfolg. Bei einer weiteren Abstimmung im Jahr 2017 zog er seine Kandidatur zugunsten des ultrakonservativen Ebrahim Raisi zurück, der damals allerdings dem als gemäßigt geltenden Hassan Rohani unterlag.

Auch der gemäßigte früherer erste Vize-Präsident Easchak Dschahagiri ließ sich am Montag - dem letzten der fünf dafür vorgesehenen Tage - registrieren. Angemeldet hatten sich bereits der Hardliner und Ex-Präsident Mahmud Achmadinedschad sowie der frühere Parlamentssprecher Ali Laridschani, ein bekannter Konservativer und Verbündeter des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei.

Notwendig ist die Abstimmung am 28. Juni, weil Präsident Raisi am 19. Mai bei einem Hubschrauber-Absturz starb. Laut Verfassung muss ein neuer Präsident binnen 50 Tagen gewählt werden. Derzeit hat Mohammed Mochber, der erste Vize-Präsident, das Amt kommissarisch inne.

Der Tod des ultrakonservativen Raisi, der auch als möglicher Nachfolger für den 85-jährigen Chamenei galt, hat unter den Hardlinern ein Ringen um das Amt des Präsidenten und damit womöglich auch um das des geistlichen und politischen Oberhaupts des Irans ausgelöst. Gemäßigte Politiker werfen dem zwölfköpfigen Wächterrat vor, er disqualifiziere mögliche Konkurrenten der Hardliner. Vertreter dieser erzkonservativen Strömung werden voraussichtlich den Wahlkampf dominieren.

(Reuters-Büro Dubai, geschrieben von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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