Ajatollah Chamenei ruft iranische Bevölkerung zur Wahl auf

Reuters · Uhr
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Dubai (Reuters) - Zum Auftakt der Präsidentenwahl im Iran hat Ajatollah Ali Chamenei die mehr als 61 Millionen Wahlberechtigten zur Stimmabgabe aufgefordert.

Das geistliche und politische Oberhaupt des Landes betonte am Freitag, dass eine hohe Wahlbeteiligung für das Wohl der Islamischen Republik absolut notwendig sei. In Zeiten wachsenden Unmuts über die Wirtschaftslage wird unter Experten jedoch nur mit einer geringen Beteiligung gerechnet. Bei dem stark reglementierten Votum treten vier Chamenei-treue Bewerber an. Die beiden wohl aussichtsreichsten unter ihnen sind Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf, der früher Kommandeur der einflussreichen Revolutionsgarden war, und der ehemalige Unterhändler bei den Atomverhandlungen Said Dschalili.

"Die Beständigkeit, die Stärke, die Würde und das Ansehen der Islamischen Republik hängen von der Präsenz der Menschen ab", sagte Ajatollah Chamenei nach seiner eigenen Stimmabgabe dem staatlichen Fernsehen. Die Präsidentenwahl war ausgerufen worden, nachdem der bisherige Amtsinhaber Ebrahim Raisi vor knapp sechs Wochen bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen war. Die beiden Favoriten gelten als Hardliner der Islamischen Republik, Kritiker des Regimes wurden nicht zugelassen.

Planmäßig sollen die Wahllokale um 18.00 Uhr Ortszeit (16.30 MESZ) schließen. Oft werden Wahlen im Iran aber bis spät in den Abend hinein verlängert. Weil die Stimmen per Hand ausgezählt werden, wird erst in zwei Tagen mit Endergebnissen gerechnet. Erste Trends dürften aber früher vorliegen.

Der Präsident des Iran ist verantwortlich für das tägliche politische Geschäft. In allen wesentlichen Belangen hat aber der Oberste Führer letztlich das Sagen. Er und nicht der Präsident entscheidet über alle wichtigen Angelegenheiten des Staates, also auch über die Atom- und Außenpolitik. Er fungiert zudem als Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Das Votum vom Freitag wird deshalb zwar voraussichtlich keine maßgeblichen Änderungen der iranischen Politik nach sich ziehen. Der künftige Präsident könnte später aber möglicherweise Nachfolger von Ajatollah Chamenei werden. Der 85-Jährige hat dafür Sorge getragen, dass Kandidaten, die seine erzkonservativen Ansichten teilen, den Wahlkampf dominierten. Chamenei ist seit 1989 im Amt.

(Bericht vom Reuters-Büro Dubai, geschrieben von Elke Ahlswede, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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