Überschuldete Singles im Schnitt mit 30.000 Euro in der Kreide

Reuters · Uhr
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Berlin (Reuters) - In Deutschland lebt gut die Hälfte aller überschuldeten Menschen allein und steht mit knapp 30.000 Euro in der Kreide.

Rund 51 Prozent der Personen, die 2023 die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch nahmen, lebten in einem Singlehaushalt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im Schnitt waren diese Menschen mit 29.738 Euro verschuldet, während die durchschnittliche Verschuldung aller beratenen Personen 31.749 Euro betrug. Alleinlebende Männer waren zudem häufiger und höher verschuldet als alleinlebende Frauen. Auch bei der sogenannten Überschuldungsintensität - also dem Verhältnis zwischen monatlichem Nettoeinkommen und Schuldenhöhe - zeigten sich Unterschiede. So bräuchten alleinlebende Männer bei Verwendung ihres gesamten monatlichen Nettoeinkommens durchschnittlich 28 Monate, um die Schulden zu tilgen. Frauen wären bereits nach 24 Monaten schuldenfrei. Im Durchschnitt aller beratenen Personen waren dies 25 Monate.

Ein besonders häufiger Auslöser für Überschuldung bei Singlehaushalten war 2023 laut Statistikamt Erkrankung, Sucht oder ein Unfall. Mit knapp einem Viertel lag der Anteil hier bei Alleinlebenden über dem Durchschnitt aller beratenen Personen von weniger als einem Fünftel. Der Verlust des Arbeitsplatzes war dagegen mit 19 Prozent bei Alleinlebenden ähnlich häufig die Hauptursache für die Verschuldung wie im Durchschnitt insgesamt.

Bei alleinlebenden Frauen spielte Trennung, Scheidung oder Tod des Partners oder der Partnerin mit 14 Prozent eine größere Rolle als bei alleinlebenden Männern mit 10 Prozent. Im Gegensatz dazu lag bei alleinlebenden Männern der Job-Verlust mit 20 Prozent als Hauptursache für die Überschuldung höher als bei alleinlebenden Frauen mit 16 Prozent.

Knapp sechs von zehn beratenen Personen hatten 2023 Schulden bei sonstigen öffentlichen Gläubigern, wie den gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungsträgern sowie der Bundesagentur für Arbeit und deren Jobcentern. An zweiter Stelle standen Telekommunikationsfirmen, bei denen die Hälfte aller betroffenen Personen Schulden hatte, gefolgt von Gewerbetreibenden, bei denen vier von zehn beratenen Personen verschuldet waren. Diese Gläubigergruppe umfasst alle privaten Anschaffungen - außer Versandhandel - und Dienstleistungen von Handwerksbetrieben. Beim Versandhandel samt Onlinehandel waren 30 Prozent der beratenen Personen verschuldet.

Die Ergebnisse dieser Überschuldungsstatistik 2023 beruhen auf Angaben von 671 der insgesamt etwa 1350 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen zu rund 175.000 beratenen Personen.

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Sabine Ehrhardt - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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