Sentix Stimmungsbarometer

Börsianer sehen Konjunkturaussichten für Euroraum und Deutschland düster

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: worradirek/Shutterstock.com

Berlin (Reuters) - Börsianer blicken so pessimistisch auf die Konjunktur im Euroraum wie seit Anfang des Jahres nicht mehr.

Das entsprechende Barometer sackte im August um 6,6 Zähler ab auf minus 13,9 Punkte, wie die Beratungsfirma Sentix am Montag zu ihrer monatlichen Umfrage unter 1150 Investoren mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich einen Rückgang auf minus 8,0 Punkte erwartet. Besondere Sorgen bereitet den Anlegern laut Sentix die fragile geopolitische Situation, gerade im Nahen Osten. Aber auch die im November anstehenden US-Präsidentschaftswahlen und die drei Landtagswahlen in ostdeutschen Bundesländern im September rücken demnach in den Fokus.

Mit Blick auf die Konjunktur in Deutschland fiel der Stimmungseinbruch im August unter den Börsenprofis besonders heftig aus: Dieses Barometer sank um zwölf Punkte. Die Lagebeurteilung verschlechtert sich sogar auf minus 42,8 Punkte, den schlechtesten Wert seit Juni 2020. Die Erwartungskomponente sackte um 4,8 auf minus 18,5 Punkte ab. Der Rückgang spreche für düstere deutsche Konjunkturzahlen im nächsten halben Jahr, so die Einschätzung von Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy: "Die Rezessionsglocken schrillen abermals in Deutschland".

Die Wirtschaft war hierzulande im zweiten Quartal überraschend geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von April bis Juni um 0,1 Prozent zum Vorquartal. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft mit einem BIP-Plus von 0,2 Prozent nur knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt, nach einem Minus von 0,4 Prozent Ende 2023. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem BIP-Wachstum von 0,3 Prozent. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet ein Plus von 0,2 Prozent. Damit dürfte keine andere große Industrienation in diesem Jahr so schlecht abschneiden.

(Bericht von Reinhard Becker, redigiert von Rene Wagner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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