Kanzler Nehammer - Österreichs Sicherheitsrat wird zusammentreten
Wien (Reuters) - In Österreich wird nach der Vereitelung eines geplanten Anschlags auf Taylor-Swift-Konzerte der Nationale Sicherheitsrat einberufen.
Das kündigte Bundeskanzler Karl Nehammer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag an. Bei aller Vorfreude auf die Konzerte des Mega-Popstars aus den USA sei es unausweichlich, dass die Sicherheit vorgehe. "Der Veranstalter hat aus meiner Sicht hier sehr verantwortungsvoll und nachvollziehbar mit der Absage gehandelt." Die Verdächtigen hätten sehr konkrete Pläne gehabt, ein Blutbad anzurichten. "Der Haupttäter hat gestanden, dass er mit zwei Komplizen einen Selbstmordanschlag durchführen sollte. Er hat sich dafür Waffen und Sprengstoff besorgt und weitere Vorbereitungshandlungen getroffen."
"Terror hat ein großes Ziel. Er will Angst verbreiten, die Gesellschaft stören, er will vor allem Hass sehen zwischen den Menschen, zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen, zwischen den Religionen", sagte Nehammer. Nun sei es wichtig, die Stärke und die Wehrhaftigkeit der Demokratie zu zeigen.
Nehammer forderte erneut, technische Überwachungsmöglichkeiten vor allem auf Messengerdienste auszuweiten. Bisher habe das Parlament dies verhindert, mit den Stimmen der rechtsgerichteten FPÖ, der SPÖ und den Grünen. "Ich halte das für einen schweren Fehler für die Sicherheit in unserem Land."
Der Veranstalter hatte am Mittwochabend kurzfristig alle drei Taylor-Swift-Konzerte in Wien wegen Hinweisen auf einen Anschlags abgesagt. Die Polizei rechnete mit jeweils rund 65.000 Besuchern für die geplanten Konzerte am 8., 9. und 10. August im Ernst-Happel-Stadion.
(Bericht von Sabine Wollrab.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)