Konjunktur

Britische Wirtschaft schafft im Frühjahr solides Wachstum von 0,6 Prozent

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: John New/Shutterstock.com

Die britische Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs und hat ihr Wachstumstempo im Frühjahr in etwa gehalten.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt ONS am Donnerstag in London mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit dieser Wachstumszahl gerechnet. Zu Jahresbeginn war sogar ein Plus von 0,7 Prozent herausgesprungen. In den beiden Vorquartalen war die Wirtschaft auf der Insel zwei Mal in Folge geschrumpft und damit in eine sogenannte technische Rezession abgerutscht.

Mit dem konjunkturellen Erholungsprozess im laufenden Jahr liegt die Wirtschaftsleistung nunmehr um 2,3 Prozent höher als Ende 2019, dem letzten Quartal vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Im Kreis der großen Industrienationen ist Großbritannien mit dieser Aufholjagd jedoch weit hinten zu finden: Lediglich Deutschland, dessen Wirtschaft noch immer nicht aus der Flaute heraus ist, kam langsamer voran. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin verwies jüngst darauf, dass sich die Produktion in dem für die hiesige Wirtschaft so wichtigen Industriesektor nach der Corona-Krise nicht wieder richtig erholt habe.

Stagnation im Juli - Schlechtes Zeichen

Der neue britische Premierminister Keir Starmer hatte sich im Wahlkampf ein recht ambitioniertes Wachstumsziel von 2,5 Prozent auf die Fahnen geschrieben. Die Bank of England, die jüngst die Zinswende nach unten vollzog, hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr zwar angehoben. Doch mit 1,25 Prozent dürfte das Plus beim BIP demnach nicht annähernd an die von Starmer angestrebte Marke heranreichen. Die Notenbank erwartet, dass die Wachstumskräfte im zweiten Halbjahr nachlassen werden: Im dritten und vierten Quartal dürfte der Zuwachs beim BIP nur bei 0,4 beziehungsweise 0,2 Prozent liegen.

Ein schlechtes Omen lieferte nun die vom ONS separat für Juni ausgewiesene BIP-Zahl, die eine konjunkturelle Stagnation gegenüber dem Vormonat anzeigt. Dabei spielten laut Experten auch schlechte Witterungsbedingungen und Streikaktionen eine Rolle. Die Zahlen für das gesamte zweite Quartal zeigten zugleich, dass die Wirtschaftsleistung pro Kopf im Vereinigten Königreich um 0,1 Prozent niedriger war als ein Jahr zuvor und sogar um 0,8 Prozent geringer als vor der Pandemie.

Laut Finanzministerin Rachel Reeves belegen diese Zahlen die Herausforderung, vor der die neue, von der Labour-Partei gestellte Regierung steht. Sie bekräftigte ihren Standpunkt, dass sie schwierige Entscheidungen treffen müsse, um die wirtschaftlichen Grundlagen in dem EU-Aussteigerland zu verbessern.

Reeves hat bereits angekündigt, dass in den nächsten beiden Jahren die Ausgaben um mehr als 13,5 Milliarden Pfund (rund 16 Milliarden Euro) gekürzt werden müssen. Zur Begründung hieß es, die von der konservativen Vorgänger-Regierung verursachten Mehrausgaben in Höhe von 22 Milliarden Pfund müssten verringert werden. Am 30. Oktober will Reeves einen vollständigen Haushaltsplan vorlegen.

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