Politisches Tauziehen in Ecuador - Regierung spricht von Putsch
Guayaquil (Reuters) - In Ecuador spitzt sich der Konflikt zwischen Präsident Daniel Noboa und Vizepräsidentin Veronica Abad zu.
Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat Abad beim Wahlgericht einen Antrag auf Amtsenthebung Noboas eingereicht. Darin wirft sie ihm "geschlechtsspezifische politische Gewalt" vor. Die Regierung reagierte umgehend und bezeichnete Abads Vorstoß als "Putschversuch".
In ihrer Klageschrift erklärte Abad, Noboa habe "meine Beteiligung als Frau an den politischen Entscheidungen des Staates eingeschränkt" und versucht, sie "vollständig aus dem öffentlichen Leben des Landes zu entfernen und die politische institutionelle Figur der Vizepräsidentin praktisch zum Verschwinden zu bringen". Abad fordert die Amtsenthebung Noboas und der anderen Beteiligten, ein vierjähriges Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter und eine Geldstrafe in Höhe von 70 Monatsgehältern. Die Regierung wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme scharf zurück. Die Klage Abads sei ein "plumper Versuch der Destabilisierung, der unverhohlen einen klaren Putschversuch darstellt", hieß es.
Das Verhältnis zwischen Noboa und Abad ist seit Beginn von Noboas Amtszeit im November 2023 angespannt. Abad, die seit letztem Jahr in Tel Aviv lebt, wurde von Noboa entsandt, um die Friedensbemühungen zwischen Israel und der Hamas zu unterstützen. In ihrer Klage erklärte Abad jedoch, sie sei praktisch in ein anderes Land verbannt worden, in dem Krieg herrsche, und ihr sei die ihr zustehende Sicherheitsgarantie vorenthalten worden.
Noboa, der gerade eine verkürzte Amtszeit von 17 Monaten absolviert, hatte kürzlich seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im Februar 2025 angekündigt.
(Bericht von Yury Garcia, geschrieben von Katharina Loesche. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)