Brasilien verschärft Einreiseregeln für Transitreisende

Brasilia (Reuters) - Brasilien verschärft ab kommender Woche die Einreisebestimmungen für Transitreisende.
Ausländische Reisende ohne brasilianisches Visum müssten ab Montag direkt zu ihrem Zielort weiterreisen oder in ihr Heimatland zurückkehren, teilte das brasilianische Ministerium für öffentliche Sicherheit am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mit. Hintergrund der Maßnahme ist nach Angaben des Ministeriums ein Boom ausländischer Reisender, die Brasilien als vermeintlichen Zwischenstopp nutzen, um während ihres Aufenthalts Asyl zu beantragen. Dies diene oft als Absicherung auf dem Weg in die USA oder Kanada. "Wenn sie an der US-Grenze aufgegriffen werden, werden sie nach Brasilien zurückgeschickt und nicht in ihr Heimatland", erklärte eine mit der Angelegenheit vertraute Person aus Polizeikreisen. Dadurch hätten die Migranten die Möglichkeit zu einem erneuten Versuch in die USA oder nach Kanada zu gelangen.
Laut Behördenberichten wurden von Anfang 2023 bis Ende Juni dieses Jahres mehr als 8300 Asylanträge am internationalen Flughafen Brasiliens gestellt. Davon blieben nur 117 Anträge im brasilianischen Migrationssystem aktiv. "Das bedeutet, dass 99,59 Prozent der Menschen, die am Flughafen Zuflucht gesucht haben - 8210 Personen - entweder das Land verlassen haben oder illegal im Land geblieben sind", heißt es in einem Bericht des Ministeriums. Die meisten Antragsteller stammten aus Indien, Vietnam und Nepal.
Mit den neuen Regelungen hofft die brasilianische Regierung, den Missbrauch des Asylsystems einzudämmen und gleichzeitig die Sicherheit für echte Schutzsuchende zu gewährleisten.
(Bericht von Ricardo Brito, geschrieben von Katharina Loesche. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)