Erzeugerpreise in Euro-Zone steigen stärker als erwartet

Berlin/Brüssel (Reuters) - Die Erzeugerpreise im Euro-Raum sind im Juli überraschend kräftig gestiegen.
In der Industrie legten sie um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten einen nicht einmal halb so kräftigen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet. Im Juni gab es ein Plus von 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fielen die Erzeugerpreise diesmal um 2,1 Prozent. Ökonomen hatten hier mit einem Minus von 2,5 Prozent gerechnet.
Die Erzeugerpreise für Energie legten im Juli um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Bei Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen stagnierten sie hingegen. Bei Vorleistungsgütern gab es einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent.
In der Statistik werden die Preise der Produzenten für ihre Erzeugnisse aufgeführt, bevor diese weiterverarbeitet oder gehandelt werden. Sie gelten somit als früher Hinweisgeber für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Diese erhöhten sich im August im Euroraum mit 2,2 Prozent so gering wie seit rund gut drei Jahren nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Viele Experten gehen davon aus, dass sie angesichts des nachlassenden Preisdrucks ihren Leitzins im September zum zweiten Mal in diesem Jahr senken wird.
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Klaus Lauer - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)