Volkswagen kündigt Beschäftigungssicherung - Einschnitte bei Azubis

Reuters · Uhr

Berlin (Reuters) - Der angeschlagene Autobauer Volkswagen hat den Weg für betriebsbedingte Kündigungen frei gemacht.

Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, die entsprechenden Tarifverträge seien fristgerecht gekündigt worden. Sie liefen damit einschließlich einer Nachwirkungszeit von sechs Monaten Ende Juni 2025 aus. Betriebsbedingte Kündigungen sind im Anschluss möglich. VW-Personalchef Gunnar Kilian sagte, Volkswagen wolle nun die Gespräche mit den Arbeitnehmern aufnehmen. "Das Unternehmen ist bereit, den Beginn der bevorstehenden Tarifrunde vorzuziehen."

Betriebsratschefin Daniela Cavallo erklärte dazu, das Unternehmen habe wahrgemacht, wovon die Arbeitnehmer seit Tagen ausgingen. "Wir werden uns gegen diesen historischen Angriff auf unsere Arbeitsplätze erbittert zur Wehr setzen", sagte sie. "Es wird mit uns keine betriebsbedingten Kündigungen geben."

Sollte es bis Juni 2025 nicht gelingen, eine Einigung zu erzielen, drohen Volkswagen deutliche Kostensteigerungen. IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger sagte, die neu entstehenden Kosten könnten an der Milliardengrenze kratzen. Grund dafür sei, dass im Fall der Kündigung der Tarifverträge der Vertrag wieder in Kraft trete, der vor 1994 gegolten hatte. Dieser sieht unter anderem eine längere Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, zusätzliche Pausen oder höhere Zuschläge für Mehr- und Samstagsarbeit vor. In diesem Fall würde Volkswagen gegenüber dem Wettbewerb massiv zurückfallen, erklärte das Unternehmen dazu. Die entstehenden Mehrkosten führten zudem zu einer weiteren Anspannung des Effizienzprogramms.

Neben dem Tarifvertrag, in dem die seit 1994 geltende Beschäftigungssicherung geregelt ist, wurden auch der Rahmenvertrag für Führungskräfte, die Regelung zur Übernahme von Auszubildenden und die Verträge zur Zeitarbeit gekündigt. So sollen künftig nur noch so viele junge Menschen ausgebildet werden, wie das Unternehmen benötige. Bei der Zeitarbeit sollen günstigere Konditionen erreicht werden. Der Gehalts-Tarifvertrag wurde von der IG Metall bereits zum Ende November gekündigt.

(Bericht von Christina Amann, redigiert von Philipp Krach und Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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