Zentralasien will mit Deutschland enger zusammenarbeiten

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- von Andreas Rinke

Astana (Reuters) - Die fünf zentralasiatischen Staaten wollen enger mit Deutschland zusammenarbeiten.

Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz am Dienstag in der kasachischen Hauptstadt Astana betonten die Präsidenten von Kasachstan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan, dass sie vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen wollen. Hilfe wird auch im Kampf gegen den Klimawandel gewünscht, der die Region besonders hart trifft. Bereits am Montag hatten sich Kasachstan und Usbekistan als alternative Lieferanten von Rohstoffen zu Russland angeboten.

Scholz forderte die Länder zu mehr regionaler Zusammenarbeit auf. "Sie ist entscheidend, um Herausforderungen wie Wasserknappheit, Klimawandel, Fragen der Konnektivität und auch der der gesellschaftlichen Resilienz anzugehen", sagte er. Auch Deutschland habe großes Interesse, die Beziehungen zu der Region auszubauen, betonte er beim zweiten sogenannten "Z5 plus 1"-Treffen, das erstmals 2023 in Deutschland stattfand. "Wie groß das Interesse ist, hier noch eine Schippe drauf zu legen, zeigt sich auch darin, dass mich eine hochrangige, breit aufgestellte Wirtschaftsdelegation begleitet", sagte er. Konkrete Wirtschaftsabkommen wurde auf der Reise aber nicht unterzeichnet.

Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew verwies ebenso wie der Präsident Kirgisistans, Sadir Dschaparow, darauf, dass die zentralasiatischen Staaten über erhebliche Ressourcen an Rohstoffen verfügten. Es fehlten aber überregionale Verkehrsverbindungen. Diese gelten als Haupthindernis dafür, dass mehr Waren nach Europa geliefert werden können. Dschaparow lud deutsche Unternehmen ein, sich an einem großen Eisenbahn-Projekt zwischen China, Usbekistan und Kirgisistan zu beteiligen. Tokajew sagte, dass 80 Prozent des Eisenbahnverkehrs zwischen China und der EU über Kasachstan laufe. Seine Regierung wolle diese ausbauen.

Scholz und Tokajew hatten sich bereits am Montag für den Ausbau des "Mittleren Korridors" ausgesprochen, der den kasachischen Hafen Aqtau mit dem aserbaidschanischen Baku verbindet. Der kasachische Präsident begrüßt die Entscheidung der EU, im Rahmen des sogenannten "Global Gateway"-Programms zehn Milliarden Euro für Verkehrsverbindungen in Zentralasien bereitzustellen.

In den fünf zentralasiatischen Staaten sind auch Russland und China sehr aktiv. Die fünf ehemaligen Sowjetrepubliken möchten als Gegengewicht aber auch engere Beziehungen zu Europa aufbauen. Auf dem "Z5 plus 1"-Treffen wurde aber auch über geopolitische Entwicklung gesprochen. Der tadschikische Präsident Emomali Rahmon plädierte für ein gemeinsames Vorgehen gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität, was nur grenzüberschreitend möglich sei.

Der kasachische Präsident Tokajew setzte sich zudem wie zuvor Scholz für eine Reform des UN-Sicherheitsrates ein und sagte, dass auch Deutschland einen ständigen Sitz in dem höchsten UN-Gremium verdiene. Im Frühjahr 2025 sollen sich die Außenminister der zentralasiatischen Staaten und Deutschlands in Berlin treffen.

(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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