Bankenverband senkt Wachstumsprognose für 2025 - Privater Konsum schwächelt

Reuters · Uhr
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Berlin (Reuters) - Die Chefvolkswirte der Privatbanken in Deutschland blicken skeptischer auf die Konjunktur im kommenden Jahr.

Nach einer Stagnation in diesem Jahr dürfte es 2025 mit 0,7 Prozent langsamer bergauf gehen als bisher gedacht, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Mittwoch mit. Die Ökonomen hatten im Frühjahr noch mit 1,2 Prozent Wachstum für das nächste Jahr gerechnet. Die erwartete Erholung der Wirtschaft verschiebe sich nun weiter. "Die Hoffnungen auf eine stärkere Konsumbelebung wurden in diesem Jahr enttäuscht", sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Heiner Herkenhoff. "Auch die Investitionen der Unternehmen sind deutlicher als erwartet zurückgegangen."

Die getrübte Stimmung im Land und die allgemeine Verunsicherung bremsten die Kauflaune der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Investitionsbereitschaft der Firmen. Der Bankenverband sieht hier auch die Bundesregierung am Zug. "Wir brauchen deutliche Signale, um die notwendige Aufbruchstimmung zu schaffen", sagte Herkenhoff. "Einen wirtschaftspolitischen Stillstand bis zur Bundestagswahl in einem Jahr können wir uns nicht leisten."

Rückenwind für die Konjunktur dürfte 2025 durch steigende Reallöhne kommen und eine etwas abflauende Sparquote der privaten Haushalte. "Die außenwirtschaftlichen Impulse werden allerdings auch im kommenden Jahr zunächst schwach bleiben", heißt es in der halbjährlichen BdB-Prognose, die auf einer Umfrage unter den 15 Chefvolkswirten privater Banken beruht.

Auch die führenden Forschungsinstitute haben Insidern zufolge ihre ohnehin geringe Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2024 um 0,1 Prozent fallen und damit bereits das zweite Jahr in Folge schrumpfen, sagten mit den Zahlen aus dem Herbstgutachten vertraute Personen jüngst der Nachrichtenagentur Reuters. Im März war noch ein Mini-Plus von 0,1 Prozent vorausgesagt worden. Für 2025 kappten die Forschenden die Vorhersage in der neuen Gemeinschaftsdiagnose von 1,4 auf 0,8 Prozent. Für 2026 gehen die Institute von 1,3 Prozent Wachstum aus.

(Bericht von Klaus Lauer; Redigiert von Scot W. Stevenson; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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