Gerresheimer kürzt Prognosen für 2024 und 2025

Düsseldorf (Reuters) - Der für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierende Spezialverpackungshersteller Gerresheimer streicht seine Ziele für das laufende Jahr und für 2025 zusammen.
An der Börse brachen die Aktien daraufhin ein. Als Grund führte das Management um Vorstandschef Dietmar Siemssen am Donnerstag eine langsamer als erwartet ausgefallene Erholung der Märkte 2024, geringere Wachstumserwartungen bei Injektionsfläschchen im kommenden Jahr - und die Folgen des Hurrikans Helene an. Durch das Unwetter sei ein Werk in Morganton im US-Bundesstaat North Carolina überschwemmt worden. Eine mehrwöchige Unterbrechung der Produktion von Injektionsfläschchen dort sei die Folge. Gerresheimer legte zudem vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate vor. Danach stieg der Umsatz auf 1,467 (Vorjahr: 1,445) Milliarden Euro, der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) lag mit 292,7 Millionen Euro nur knapp über den 285,2 Millionen Euro aus dem Vorjahr.
"Das Umsatzwachstum im Jahr 2024 wird aufgrund einer geringeren Nachfrage in unserem Tubular Glass-Geschäft geringer ausfallen als noch vor kurzem erwartet", räumte Siemssen ein: "Wir hatten mit einer deutlich stärkeren Wachstumsbelebung gerechnet." Dass die bisherigen Ziele kein Selbstläufer waren, hatte Finanzvorstand Bernd Metzner bereits im Juli deutlich gemacht. Beim Umsatz werde Gerresheimer wohl am unteren Ende der Prognosespanne landen - die von Kunden aufgebauten Lagerbestände bei Glasampullen nähmen nur allmählich ab.
Nun kürzte Gerresheimer die Umsatzprognose. Im laufenden Jahr erwarte das Düsseldorfer Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr zwischen drei und vier Prozent. Zuvor hatte der Vorstand fünf bis zehn Prozent in Aussicht gestellt. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) wird zwischen 415 und 430 Millionen Euro liegen - zuvor waren es 430 bis 450 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet Gerresheimer in einer neuen Prognose nun mit einem organischen Umsatzwachstum von sieben bis zehn Prozent und nicht mehr mit einer Spanne zwischen zehn bis 15 Prozent. Die bereinigte Ebitda-Marge werde bei rund 22 Prozent liegen. Die Mittelfrist-Prognose bleibe aber bestehen.
Die Anleger reagierten verschnupft auf die Prognosesenkung und warfen die Titel aus ihren Depots. Die im Nebenwerteindex MDax notierten Gerresheimer-Aktien fielen um mehr als 18 Prozent.
(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)