Ifo: Bürokratie kostet 146 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung

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Berlin (Reuters) - Überbordende Bürokratie kommt Deutschland einer Studie zufolge teurer zu stehen.

Sie kostet jährlich bis zu 146 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht. "Das große Ausmaß der Kosten durch die Bürokratie verdeutlicht die Dringlichkeit des Reformbedarfs", sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien, Oliver Falck. "Die Kosten von Nichtstun sind riesig, gemessen am Wachstumspotenzial, das im Bürokratieabbau schlummert."

Einer der Gründe für die hohen Kosten liegt den Angaben zufolge an der mangelnden Digitalisierung des Staates und seiner Behörden. "Würde Deutschland bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung auf das Niveau von Dänemark aufschließen, wäre die Wirtschaftsleistung um 96 Milliarden Euro pro Jahr höher", sagte Falck.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern, die diese Studie in Auftrag gegeben hat, fordert angesichts der hohen Kosten ein sofortiges Bürokratie-Moratorium. "Der Schaden im dreistelligen Milliardenbereich ist gigantisch", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Alle Nachweis-, Dokumentations- und Berichtspflichten sowie Statistikmeldungen gehörten auf den Prüfstand, ebenso alle ständigen Gesetzesänderungen, Datenschutzvorgaben und langwierigen Verwaltungsverfahren. Diese müssten deutlich verschlankt und teilweise komplett abgeschafft werden – und das in Berlin und Brüssel. "Die Verwaltungsdigitalisierung muss auf die Sprünge kommen", fordert Gößl zudem. "Die Unternehmen brauchen einen zentralen Online-Zugang zu allen wirtschaftsrelevanten Leistungen und bundesweit einheitliche, nutzerfreundliche Lösungen."

Grundlage für die Ifo-Berechnungen ist ein "Bürokratie-Index". Dieser bildet für eine Vielzahl von Staaten den Bürokratieaufwand in für die Wirtschaft und Unternehmen relevanten Bereichen ab.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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