US-Firmen in Deutschland rechnen nach Trump-Sieg nicht mit Abbau von Handelshürden

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Berlin (Reuters) - Nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl halten die in Deutschland tätigen amerikanischen Unternehmen einen Abbau von Handelsbarrieren für kaum machbar.

Neun von zehn Mitgliedsunternehmen bezeichnen eine Senkung der Hürden in den kommenden vier Jahren als "unwahrscheinlich" oder sogar "sehr unwahrscheinlich", wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany) hervorgeht. Trump hat im Wahlkampf hohe Zölle auf Importe aus der Europäischen Union (EU) angekündigt.

Die Blitzumfrage wurde vom 7. bis 11. November durchgeführt, also nach dem Sieg des Republikaners Trump. 75,9 Prozent der Teilnehmenden sind der Meinung, dass in der transatlantischen Partnerschaft die Handelspolitik besonders große Aufmerksamkeit erfordert. Auf den Plätzen folgen die Bereiche Luftfahrt/Verteidigung (58,6 Prozent) und Energie/Klima (56,3 Prozent). Die US-Wahlergebnisse haben den Unternehmen zufolge einen großen Einfluss auf die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. 55,8 Prozent halten die Beziehungen für "stark", 33,7 Prozent für "sehr stark" und nur 10,5 Prozent für "schwach".

"Der Einsatz für möglichst freien Handel, die weitere Öffnung der Märkte in der transatlantischen Partnerschaft sind seit langem zentrale Prioritäten von AmCham Germany", sagte deren Präsidentin Simone Menne bei der Eröffnung der Transatlantischen Wirtschaftskonferenz 2024 in Berlin. "Sie werden das auch in wirtschaftlich wie politisch unsicheren Zeiten bleiben." Je freier der Handel und je intensiver die Zusammenarbeit beider Volkswirtschaften sei, umso größer seien die positiven Effekte für Wachstum, Jobs und Wohlstand auf beiden Seiten des Atlantiks.

Der Kammer zufolge beschäftigen allein die 30 größten in Deutschland tätigen US-Unternehmen knapp 320.000 Mitarbeiter. Größter Arbeitgeber ist demnach die Schnellimbiss-Kette McDonald’s mit 66.000 Beschäftigten, gefolgt vom Online-Händler Amazon mit 36.000 Mitarbeitern und dem Logistikdienstleister UPS (21.000). Umsatzstärkste Unternehmen sind demnach Amazon Deutschland (34,7 Milliarden Euro im Jahr 2023), die Ford-Werke GmbH (17,8 Milliarden Euro) und Alliance Healthcare Deutschland (10,4 Milliarden Euro).

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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