EZB-Direktor Cipollone für weitere Senkung der Zinsen

(Reuters) - Die EZB sollte aus Sicht von Notenbank-Direktor Piero Cipollone die Leitzinsen weiter nach unten setzen, um eine Erholung der Wirtschaft im Euroraum zu unterstützen.
Die aktuelle Risikoabwägung lege nahe, dass die Europäische Zentralbank (EZB) das gegenwärtige Niveau der geldpolitischen Straffung sowohl verringern könne als auch verringern solle, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der EZB am Freitag auf einer Veranstaltung in Großbritannien laut Redetext. "Die Geschwindigkeit und das Ausmaß dieser Verringerung wird von den hereinkommenden Daten abhängen.
Eine Verbesserung der Produktivität würde den Prozess des Abebbens der Inflation im Euroraum unterstützen und das Risiko dauerhafter Schäden am Wirtschaftspotenzial des Euroraums verringern, sagte Cipollone. Damit sich das Produktivitätswachstum aber vollständig erholen könne, müssten sich die ersten Anzeichen einer Erholung der Konjunktur festigen. "Wir wollen keine überhitzte Wirtschaft", führte er aus. "Aber wir wollen, dass unsere Wirtschaft die richtige Temperatur erreicht." Diese liege sicherlich höher als in jüngster Zeit.
Die Währungshüter hatten auf ihrer Zinssitzung im Oktober den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz um einen Viertelprozentpunkt auf 3,25 Prozent gesenkt - nur fünf Wochen nach der vorherigen Senkung. Die EZB hatte im Juni die Zinswende eingeleitet und im September nachgelegt. Unter den Euro-Wächtern wird nun diskutiert, wie weit die Zinsen noch sinken sollen. Der nächste Zinsentscheid steht am 12. Dezember an.