Sunrise kehrt an Schweizer Börse zurück - Aktie legt leicht zu

Zürich (Reuters) - Die Rückkehr des Telekomkonzerns Sunrise an die Schweizer Börse ist geglückt.
Die Aktien des Anbieters von Festnetz- und Mobiltelefonie nahmen den Handel am Freitag mit 44,75 Franken auf. Damit kam Sunrise auf einen Börsenwert von rund 3,2 Milliarden Franken. In den ersten Handelsminuten legten die Titel auf 46,2 Franken zu. Mit dem Listing vollzieht der nach der staatlich kontrollierten Swisscom zweitgrößte Telekomkonzern des Landes die Abspaltung von der US-Muttergesellschaft Liberty Global. Jeder Liberty-Aktionär erhält im Rahmen der Transaktion Titel von Sunrise. Neues Kapital wurde nicht aufgenommen.
"Der heutige Tag ist der Höhepunkt der erfolgreichen Einführung von Sunrise als eigenständiges Unternehmen an der Schweizer Börse", erklärte Konzernchef Andre Krause. Liberty hatte Sunrise im Jahr 2020 für knapp sieben Milliarden Franken geschluckt und von der Börse genommen. Im Februar kündigte Liberty an, dass Sunrise im zweiten Halbjahr über die Schweizer Börse verselbständigt werden soll. Der Konzern mit rund 2600 Mitarbeitern erzielte im Jahr 2023 einen Umsatz von 3,04 Milliarden Franken und einen um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 1,03 Milliarden Franken. Für das laufende Jahr werden ein stabiler Umsatz sowie ein stabiles oder um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag steigendes Ebitda in Aussicht gestellt.
"Sunrise ist bestens für Wachstum und Rendite gerüstet, und wir streben eine progressive Dividendenpolitik an", erklärte Krause. Das Unternehmen beabsichtige für das Finanzjahr 2024 Dividenden von mindestens 240 Millionen Franken auszuschütten. Sunrise hatte angekündigt, die Verschuldung bis zum Jahresende auf rund das 4,5-fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) zu verringern. Mittelfristig peilt die Firma das 3,5 bis 4,5-fache an. Viele Anleger in der Schweiz achten darauf, dass die Verschuldung eines Unternehmens das Dreifache des operativen Ergebnisses nicht übersteigt.
Die Sunrise-Titel sollen voraussichtlich am 22. November in den breiten Aktienindex Swiss Performance Index aufgenommen werden. Federführend bei dem Listing waren die Banken JP Morgan und UBS. Neugzugänge waren an der SIX zuletzt dünn gesät. Im März fand das IPO des Hautpflege-Konzerns Galderma statt. Der Börsenwert des Herstellers der Sonnencreme-Marke "Daylong" hat seitdem kräftig angezogen.
Liberty hält in Zukunft noch operative Geschäfte in Belgien, Irland, der Slowakei, Großbritannien und den Niederlanden.
(Bericht von Oliver Hirt und John Revill, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)