Versicherungsmathematiker wollen Garantiezins 2026 stabil halten

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München (Reuters) - Die deutschen Lebensversicherer sollen auch im übernächsten Jahr eine Verzinsung von maximal 1,0 Prozent auf ihre Policen zusagen dürfen.

Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV), der Berufsverband der Versicherungsmathematiker, schlug am Freitag vor, den Höchstrechnungszins für Neuverträge damit 2026 stabil zu halten. "Nicht nur die damit einhergehenden Bedrohungen des freien Welthandels, sondern auch die wachsenden Belastungen der öffentlichen Haushalte üben grundsätzlich auch mittelfristig einen gewissen Inflationsdruck aus", erklärte DAV-Vorstandschef Maximilian Happacher. "Vor diesem Hintergrund ist weiterhin von einem gegenüber der Zeit vor 2022 höheren Zinsniveau auszugehen, auch wenn die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank aufgrund der aktuell moderaten Inflationserwartungen derzeit noch in eine andere Richtung zeigt."

Zum Jahreswechsel 2024/25 steigt der Höchstrechnungszins auf 1,00 von 0,25 Prozent - zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren. Er begrenzt den Garantiezins, den Versicherer über die gesamte Laufzeit eines Lebensversicherungsvertrages garantieren dürfen. Die darüber hinausgehende Überschussbeteiligung wird jedes Jahr neu festgelegt.

Der DAV und die Finanzaufsicht BaFin geben jedes Jahr eine Empfehlung für den Höchstrechungszins ab, der das Bundesfinanzministerium in der Regel folgt. Er orientiert sich an der Rendite, die die Versicherer langfristig mit sicheren Papieren erwirtschaften können, abzüglich eines Sicherheitspuffers von 0,4 Prozent. In der Dauer-Niedrigzinsphase war der Satz immer weiter abgeschmolzen worden. Immer mehr Lebensversicherer bieten inzwischen nur noch Produkte ohne oder mit geringeren Garantien an. An laufenden Verträgen, für die die Lebensversicherer in der Vergangenheit zum Teil Zinsgarantien von vier Prozent ausgesprochen hatten, ändert sich durch die Empfehlung nichts.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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