Creditreform - Rezession sorgt für schlechtere Zahlungsmoral deutscher Firmen

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Berlin (Reuters) - Firmen in Deutschland zahlen ihre Rechnungen in der Konjunkturflaute mit größerer Verzögerung.

Die Unternehmen hatten im Sommer-Quartal eine deutlich schlechtere Zahlungsmoral als im Vorjahreszeitraum, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch mitteilte. "Der Zahlungsverzug hat sich angesichts der schlechten Wirtschaftslage und der anhaltenden Unsicherheit negativ entwickelt." Der branchenübergreifende Zahlungsverzug betrug demnach 8,4 Tage, nach 7,6 Tagen im dritten Quartal 2023. "Die gesamtwirtschaftliche Rezession und vor allem die Verwerfungen in der Industrie sowie den Betrieben in der Wertschöpfungskette führten in vielen Fällen zu Liquiditätsengpässen", sagte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch. "Die verschlechterte Zahlungsmoral ist eine Folge davon."

Er gehe davon aus, "dass die Liquidität vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sukzessive aufgezehrt wird", fügte Hantzsch hinzu. Trotz vieler Krisen hatte sich der Zahlungsverzug 2023 wieder verbessert. Dies scheine nun vorbei zu sein. Viele der staatlichen Subventionen aus der Corona-Zeit müssten nun zurückgezahlt werden und die Wettbewerbssituation für deutsche Unternehmen habe sich deutlich verschärft. "Zudem blicken wir politisch auf eine längere Phase der Unsicherheit, die gerade jetzt zur Unzeit kommt", sagte Hantzsch mit Blick auf die Neuwahl des Bundestags im Februar.

Bei den Bundesländern gibt es laut Creditreform bei der Zahlungsmoral große Unterschiede. Vor allem die Betriebe in Bayern (6,9 Tage), Baden-Württemberg (7,3 Tage) und Hessen (7,7 Tage) zahlten branchenübergreifend vergleichsweise schnell. Am unteren Ende der Skala rangiert Nordrhein-Westfalen (9,9 Tage) vor Schleswig-Holstein (11,2 Tage) und dem Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern mit 11,5 Tagen Verzug.

Im Baugewerbe zahlten die Unternehmen mit Abstand am schlechtesten (Zahlungsverzug: 12,6 Tage). Bei den Grundstoffen haben sich die Verzugstage den Angaben zufolge um 1,6 auf 9,1 Tage erhöht. "Noch schlechter ist die Entwicklung nur bei den Konsumgütern (plus 1,7 Tage) und im Großhandel (plus 2,7 Tage)."

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Ralf Banser - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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