Syrische Rebellen starten neuen Angriff auf Hama

Reuters · Uhr
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Amman (Reuters) - In Syrien haben die islamistischen Rebellen nach eigenen Angaben einen neuen Vorstoß in die strategisch wichtige Stadt Hama gestartet.

Kämpfer der Aufständischen versuchten, in die viertgrößte Stadt des Landes vorzudringen, teilte Rebellenkommandeur Hassan Abdul Ghany am Donnerstag über Online-Plattformen mit. Am Mittwoch hatten Truppen der Regierung unterstützt durch die russische Luftwaffe einen ersten Vorstoß der Rebellen noch zurückgeschlagen. Beide Seiten berichteten danach von schweren Kämpfen in der Nacht. Die Rebellen hatten am Dienstag einen strategisch wichtigen Hügel vor Hama eingenommen und rückten am Mittwoch auf die östlichen und westlichen Flanken der Stadt vor.

Die Rebellen hatten in der vergangenen Woche eine überraschende Offensive im Norden Syriens gestartet und dabei die zweitgrößte Stadt Aleppo erobert. Seitdem sind sie rasch weiter nach Süden vorgestoßen. Die syrische Armee versucht sie aufzuhalten. Unterstützt wird sie dabei vom russischen Militär und vom Iran unterstützten Milizen. Der Iran und Russland sind die engsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Mächtigste Gruppe unter den Rebellen ist die islamistische Haiat Tahrir al-Scham, der ehemalige Al-Kaida-Ableger in Syrien. Ihr Anführer Abu Mohammed al-Golani hat zwar versprochen, die religiösen Minderheiten zu schützen, doch gibt es große Sorgen wegen der Aufständischen. Eine Eroberung von Hama würde den Rebellen die Möglichkeit für einen Vorstoß auf Homs eröffnen, die wichtigste Stadt in Zentralsyrien.

Der Überraschungsangriff der Rebellen ist der größte seit Jahren im syrischen Bürgerkrieg, in dem die Fronten seit 2020 weitgehend eingefroren waren. Der Iran und Russland hatten Assad geholfen, die Kontrolle über den größten Teil des Landes und alle größeren Städte zurückzugewinnen. Assad hatte die Massenproteste gegen ihn, die 2011 in einen Bürgerkrieg mündeten, vom Militär brutal niederschlagen lassen. UN-Experten sprechen von Kriegsverbrechen. Hunderttausende Menschen wurden in dem Konflikt getötet und viele Millionen vertrieben.

(Bericht von Suleiman Al-Khalidi, Maya Gebeily und Timour Azhar, geschrieben von Christian Götz, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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