Palästinenser melden mindestens 37 Tote bei israelischen Angriffen

Reuters · Uhr
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Kairo (Reuters) - Auch am Donnerstag sind im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben wieder Dutzende Menschen bei Luftangriffen des israelischen Militärs getötet worden.

Allein elf Tote wurden aus dem als humanitäre Schutzzone ausgewiesenen Zeltlager Al-Mawasi für Vertriebene im Süden des Küstengebiets gemeldet. Unter den Opfern seien Frauen und Kinder, aber auch der Polizei-Generaldirektor von Gaza, Mahmud Salah, und dessen Mitarbeiter Hussam Schahwan. Über mindestens 20 weitere Tote wurde aus den Flüchtlingslagern Dschabalia, Schati und Maghasi berichtet. In der Stadt Chan Junis wurden nach Angaben von Medizinern zudem sechs Menschen bei einem Luftangriff auf das Hauptquartier des von der radikal-islamischen Hamas geführten Innenministeriums getötet.

Das israelische Militär bestätigte, dass es auf Grundlage von Geheimdienstinformationen einen Angriff in Al-Mawasi ausgeführt habe. Dabei sei Schahwan getötet worden. Das Militär bezeichnete ihn als Chef der Hamas-Sicherheitskräfte in Gaza. Salah wurde nicht erwähnt. Angesprochen auf die gemeldeten 37 Toten sagte ein Sprecher, das israelische Militär halte sich an Völkerrecht und treffe Vorkehrungen, "um den Schaden für die Zivilbevölkerung gering zu halten". In Chan Junis habe man militante Hamas-Mitglieder ins Visier genommen, die Geheimdiensterkenntnissen zufolge ein in einem Verwaltungsgebäude eingebettetes Kommando- und Kontrollzentrum betrieben.

Israel hat seit Beginn des Kriegs nach Angaben der Gaza-Behörden mehr als 45.500 Palästinenser getötet und einen großen Teil des Gazastreifens in Schutt und Asche gelegt. Die meisten der 2,3 Millionen Bewohner des Gazastreifens müssen als Vertriebene unter oft verheerenden Zuständen ausharren.

Der Krieg im Gazastreifen tobt seit Oktober 2023. Auslöser war ein Massaker der Hamas im Süden Israels, bei dem nach israelischen Angaben 1200 Menschen getötet und 251 als Geiseln verschleppt wurden. Mehrere Dutzend befinden sich geschätzt noch im Gazastreifen. Ein Sprecher des bewaffneten Flügels der radikalen Palästinenser-Organisation Islamischer Dschihad teilte mit, eine israelische Geisel habe vor drei Tagen versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie habe aber gerettet werden können. Der Selbstmordversuch sei auf die psychologische Situation der Geisel zurückzuführen. Weitere Details nannte der Sprecher nicht. Eine Stellungnahme Israels lag nicht vor.

(Bericht von Nidal al-Mughrabi, Clauda Tanios, geschrieben von Christian Rüttger.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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