Österreichs Notenbankchef gegen zu schnelle Zinssenkungen

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Wien (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte aus Sicht von Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann die Leitzinsen nicht zu schnell senken.

Die Kerninflation, in der die schwankungsreichen Preise für Energie Lebensmittel Alkohol und Tabak rausgerechnet werden, sei noch immer noch sehr hoch, sagte das EZB-Ratsmitglied am Dienstag auf einer Konferenz in Wien. "Ich glaube nicht, dass wir so gradlinig nach unten gehen können", sagte Holzmann. "Vor allem weil wir in letzter Zeit ein paar Ausschläge bei der Inflation hatten, und die Kerninflation, wie soll man sagen, immer noch eher bei drei Prozent als bei zwei Prozent liegt." Es gebe eine Reihe von Herausforderungen, was Energie betreffe.

Die EZB strebt 2,0 Prozent Inflation als Idealwert für die Wirtschaft an. Im Dezember lag die Teuerung in der 20-Länder-Gemeinschaft bei 2,4 Prozent. Die Kerninflation wies aber einen höheren Wert von 2,7 Prozent auf. Die Euro-Notenbank verfolgt dieses Inflationsmaß genau. Denn es kann Experten zufolge zugrundeliegende Inflationstrends gut widerspiegeln.

Die Währungshüter hatten 2024 viermal die Zinsen nach unten gesetzt, zuletzt im Dezember um 0,25 Prozentpunkte. Der am Finanzmarkt richtungsweisende Einlagensatz, zu dem Geldhäuser bei der Notenbank überschüssige Gelder parken können und der inzwischen als Leitzins für die Euro-Zone gilt, liegt aktuell bei 3,00 Prozent. Mehrere Euro-Wächter hatten bereits weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Der nächste Zinsentscheid der EZB steht am 30. Januar an.

(Reporter Francois Murphy; Geschrieben von Frank Siebelt, redigiert von Kerstin Dörr; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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