Aktien Frankfurt: Moderate Verluste - Konsolidierung ist angesagt

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch moderat nachgegeben. Gegen Mittag sank der Leitindex Dax um 0,33 Prozent auf 13 879,24 Punkte. Damit bleibt das Geschäft wie schon am Vortag träge. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank zur Wochenmitte um 0,15 Prozent auf 31 140,36 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,32 Prozent auf 3600,46 Zähler.

"Abwarten und Kasse halten bleibt vorerst die Generallinie für die unmittelbare Zukunft", heißt es im Börsenbrief "Bernecker-Daily". Auch für die Experten der Commerzbank "ist derzeit Konsolidierung das Hauptthema". Die Anleger wägten Wachstumsbedenken wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen ab gegen die Aussicht auf weitere Hilfsmaßnahmen unter Führung von Joe Biden, der in einer Woche das Amt des US-Präsidenten übernehmen wird. Außerdem warten die Anleger gespannt auf die zum Wochenende hin anlaufende US-Berichtssaison.

Rund um Bidens Amtsübernahme werden nach den jüngsten Krawallen von Anhängern des abgewählten Amtsinhabers Donald Trump weitere Unruhen befürchtet. Derweil soll an diesem Mittwoch im Repräsentantenhaus eine Abstimmung über ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump stattfinden. Allerdings wird die Zeit knapp, um dieses binnen weniger Tage noch durchzuführen. Eine sofortige Absetzung über einen Zusatzartikel der Verfassung lehnte Vizepräsident Mike Pence offiziell ab.

Im Dax waren Aktien der Deutschen Post mit fast zwei Prozent einer der Favoriten der Anleger. Sie hatten bereits am Dienstag von angehobenen Zielen des Logistikkonzerns profitiert - nun stießen auch Aussagen der Unternehmensführung zur erwarteten Geschäftsentwicklung auf ein positives Echo.

Dagegen wurde Delivery Hero von Jahreszahlen des Konkurrenten Just Eat Takeaway mit belastet: Die Aktien des Essenslieferdienstes büßten als Schlusslicht 1,8 Prozent ein. Die Titel der Niederländer verbilligten sich gar um über vier Prozent.

Am MDax-Ende verloren ProSiebenSat.1 -Titel sechs Prozent. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem guten Lauf und Aktienverkäufen durch KKR. Seit Ende Oktober hatten die Papiere des Medienkonzerns um fast die Hälfte zugelegt und jüngst ein Hoch seit November 2019 erreicht. Am Dienstag nach Handelsschluss hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Angebotsunterlagen vom Verkauf von elf Millionen Aktien durch den Finanzinvestor berichtet.

Im SDax belegte Nordex mit einem Kursgewinn von fast zwei Prozent einen der vorderen Plätze. Die zuletzt unter Gewinnmitnahmen leidenden Titel des Windturbinenherstellers erhielten viel frischen Rückenwind von einem Großauftrag aus Brasilien.

Cropenergies -Papiere verteuerten sich um rund zwei Prozent. Die Südzucker -Tochter legte vollständige Zahlen für die ersten neun Monate des vergangenen Geschäftsjahres vor, die Händlern zufolge den bereits Mitte Dezember vorgelegten Eckdaten entsprachen. Bei dieser Gelegenheit hatte der Biosprit-Hersteller zudem die Jahresziele auch aufgrund der Corona-Pandemie deutlich zusammengestrichen.

Dagegen rutschte SMA Solar angesichts weiterer Gewinnmitnahmen um über vier Prozent ab. Als Auslöser sahen Beobachter die gestrichene Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies. Für deren Experten Constantin Hesse sind die Aktien des Solarunternehmens nach einer Verdreifachung ihres Werts seit Anfang August reif für eine Verschnaufpause.

Negative Analystenkommentare belasteten auch den Doc-Morris-Konkurrenten Shop Apotheke und den Autozulieferer Schaeffler : Ihre Anteilsscheine zählten mit Kursabschlägen von knapp 2 und 3,7 Prozent zu den schwächsten Werten in MDax und SDax./gl/jha/


Von Gerold Löhle, dpa-AFX

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