Apple und Tesla: Splitten für die Psyche

Klaus Brune

Erst Apple und nun Tesla: Beide US-Giganten haben Aktiensplits angekündigt. Am kommenden Montag (31.8.) sollen ihre Papiere auf dem neuen Niveau gehandelt werden. Bei Apple haben Aktiensplits bereits eine längere Tradition. Schon vier Mal hat der iPhone-Hersteller seinen Börsenkurs verkleinert. Nun wird er erneut geviertelt. Bei Tesla ist es hingegen der erste Split. Aktionäre erhalten für jeden Anteilschein vier neue hinzu, aus einem werden also fünf.

Was aber bedeuten solche Maßnahmen für Anleger? Der Aktiensplit macht den Kurs optisch günstiger. Für Tesla müssen Anleger nicht mehr gut 2.000 US-Dollar je Papier bezahlen, sondern nur noch 400 Dollar. Da sich gleichzeitig die Aktienanzahl erhöht, ändert sich weder etwas am Börsenwert noch am KGV. Tatsächlich günstiger wird die Aktie also nicht. Und dennoch haben Aktiensplits einen Einfluss auf die weitere Kursentwicklung. Denn für Anleger werden die Papiere besser bezahlbar. Hätte Apple nie den eigenen Kurs aufgehübscht, stünde er heute bei ca. 24.000 Dollar. Solch ein Betrag sollte lieber breit diversifiziert angelegt werden. Für künftig etwa 110 Dollar greifen Privatanleger schon eher zu. Das erhöht das Handelsvolumen und kann kurstreibend wirken. Bei Apple war dies bisher auch immer der Fall.

Bereits die Ankündigung des Splits sorgt wie bei Tesla häufig für einen zusätzlichen Schub. Wer schon Aktionär ist, kann sich also freuen. Der Split sollte aber nie alleiniger Kaufgrund für eine Aktie sein. Denn meist wird er dann durchgeführt, wenn das Papier ohnehin schon eine imposante Rally hinter sich hat. Die fundamentale Bewertung muss daher weiter im Vordergrund stehen. Denn einen realen Einfluss hat der Aktiensplit nur auf die Psyche des Anlegers. Der kauft lieber niedrige als hohe Kurse. Ein Denkfehler, den Vorstände gerne nutzen, um dem Papier neuen Schwung zu geben oder etwas Kapital einzusammeln.

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Expertenprofil
Klaus Brune Klaus Brune Ressortleiter Börse PLATOW Verlag

Klaus Brune leitet seit Juli 2017 das Börsen-Ressort des PLATOW Verlags. Nach einem Studium der Amerikanistik in Frankfurt und Carbondale, lllinois (USA), berichtete er mehr als 20 Jahre auf Deutsch und auf Englisch über die internationalen Finanzmärkte. Bei der News Corp. war er zuletzt als Managing Editor für die deutschsprachige Redaktion von Dow Jones News verantwortlich, zuvor leitete er fast zehn Jahre lang als stellvertretender Redaktionsleiter das Reporternetzwerk des Unternehmens.

Bei der PLATOW Redaktion verantwortet er die beiden Publikationen „PLATOW Börse“ und „PLATOW Emerging Markets“. Im Fokus stehen dabei Aktien, welche sich im Normalfall durch ein bewährtes Geschäftsmodell, eine moderate Bewertung und einen stabilen Newsflow auszeichnen. Als Beimischungen werden auch „Fallen Angels“ mit starkem Kurserholungspotenzial oder kurzfristige Spekulationen mit entsprechend höherem Risiko eingesetzt. Mit seinem Redaktionsteam führt Klaus Brune jährlich mehrere hundert Hintergrundgespräche mit Vorständen und anderen Insidern börsennotierter Gesellschaften.

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