Auch Briten schließen Sanktionen gegen Putin nicht aus

Reuters · Uhr

London/Washington (Reuters) - Wie die USA hält auch die britische Regierung direkte Sanktionen gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin bei einer Invasion in die Ukraine für möglich.

"Wir schließen nichts aus", sagte Außenministerin Liz Truss am Mittwoch auf eine entsprechende Frage. Großbritannien könnte sich den USA anschließen. US-Präsident Joe Biden hatte am Dienstag direkte Strafmaßnahmen gegen Putin als denkbar bezeichnet. Ein russischer Einmarsch in die Ukraine wäre "die größte Invasion seit dem zweiten Weltkrief" und würde die Welt verändern, sagte Biden.

Direkte Sanktionen gegen ausländische Staatschefs sind selten, aber nicht beispiellos. Die USA beschlossen sie etwa gegen Venezuelas Präsident Nicolas Maduro, Syriens Staatschef Baschar al-Assad und Libyens früheren Machthaber Muammer Gaddafi. Möglich sind etwa das Einfrieren von Vermögen im Ausland oder Reisebeschränkungen. Bisland hatten die USA wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland in Aussicht gestellt, sollte aus dem Kreml ein Invasionsbefehl kommen. Wirtschaftsverbände in den USA warnten vor überzogenen Maßnahmen.

Russland hat über 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Westliche Staaten fürchten eine Invasion. Die Regierung in Moskau bestreitet solche Pläne. Russland fordert vom Westen, seinen Einfluss in Osteuropa zu begrenzen, insbesondere auf eine weitere Nato-Osterweiterung zu verzichten.

Japan kündigte an, im Fall eines russischen Einmarsches in die Ukraine eng mit den USA zu kooperieren. Dies sei kürzlich abgesprochen worden, sagte ein Sprecher der Regierung in Tokio ohne Einzelheiten zu nennen. Ein Angriff auf ein Land mit mehr als einem Dutzend Atomreaktoren könne verheerende Auswirkungen auf Europa haben, warnte der ukrainische Botschafter in Japan, Sergij Korsunski.

Die EU bezieht etwa ein Drittel ihres Gas zur Energieversorgung aus Russland. Eine Unterbrechung der Lieferung würde die Lage am Energiemarkt verschärfen und könnte zu noch höheren Preisen führen. Die USA arbeiten nach eigenen Angaben an einem Plan, um die EU im Notfall aus anderen Regionen wie Afrika, dem Nahen Osten, Asien und den USA mit Gas zu versorgen.