BASF: Eckdaten und Analysten schieben Aktie weiter an ++ Deutsche Bank: Weiterhin kein Interesse an der Commerzbank ++ Dax nähert sich Vor-Corona-Niveau mit mehr als 12.800 Punkte

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BASF: Eckdaten und Analysten schieben Aktie weiter an ++ Deutsche Bank: Weiterhin kein Interesse an der Commerzbank ++ Dax nähert sich Vor-Corona-Niveau mit mehr als 12.800 Punkte

 Am deutschen Aktienmarkt geht es am Montag getrieben von positiven Vorgaben und der Hoffnung auf ein besser als von Experten bisher befürchtetes Corona-Quartal weiter nach oben. Der Leitindex Dax zieht eine Stunde nach Handelsbeginn um 1,5 Prozent auf 12 829,21 Punkte. Auch wenn er ein Hoch seit einer Woche knapp verpasste, blieb er auf Tuchfühlung zu seiner bisherigen Bestmarke nach dem Corona-Ausbruch, die er Anfang Juni bei 12 913 Punkten setzte.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte legte am Montag 0,57 Prozent auf 26.823,95 Punkte zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um gut ein Prozent nach oben.

Laut Analyst David Iusow vom Broker DailyFX folgt der europäische Aktienmarkt den positiven Vorzeichen aus Asien und den USA. International stimme die Anleger und Investoren derzeit die Erwartung wieder optimistischer, dass die anlaufende Berichtssaison für das von der Viruskrise geprägte zweite Quartal doch nicht so schwach ausfallen wird wie zuletzt befürchtet. Die Börsen übergehen damit die sich wieder verschärfende Virussituation in den USA, auch wegen zuletzt wieder ermutigender stimmenden Konjunkturdaten.

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BASF: Nicht so schlimm wie befürchtet

Die Corona-Krise und eine schwache Nachfrage der Autoindustrie haben die operative Entwicklung des Chemiekonzerns BASF im zweiten Quartal schwer belastet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen brach im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 77 Prozent auf 226 Millionen Euro ein, wie der Dax -Konzern am Freitagnachmittag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Allerdings hatten Analysten im Mittel einen noch stärkeren Rückgang erwartet.

Die Aktien legten auf die Nachricht hin zunächst zu, notierten zuletzt jedoch um die Nulllinie herum. Damit kostet das Papier am Nachmittag etwas weniger als 50 Euro. Der Kurs hatte sich nach dem Corona-Crash zwar wieder etwas erholt, dennoch steht seit Jahresbeginn immer noch ein Abschlag von etwas über 25 Prozent zu Buche. Anfang Januar war die Aktie noch mehr als 67 Euro wert.

Unter dem Strich entfällt auf die Anteilseigner der BASF im zweiten Quartal auch wegen Abschreibungen auf die Beteiligung Wintershall Dea infolge des Ölpreisrutsches ein Verlust von 878 Millionen Euro. Analysten hatten hier ein besseres Ergebnis erwartet. An dieser Stelle hatte vor einem Jahr dank eines Buchgewinns im Zusammengang mit der Zusammenführung des Öl- und Gasgeschäfts der Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea noch ein dickes Plus von fast 6 Milliarden gestanden. Der Umsatz sank im zweiten Quartal um 12,4 Prozent auf 12,68 Milliarden Euro.

Auch mit einer starken Nachfrage aus anderen Segmenten könne der Rückgang im Automobil-Geschäft nicht ausgeglichen werden, hieß es bereits im Juni. Im Verlauf des Jahres rechne BASF zwar mit einer Verbesserung, nicht aber mit einer vollständigen Erholung. Die Automobilbranche ist die wichtigste Kundengruppe für BASF. Neue Ziele für 2020 hat der Konzern an diesem Freitag weiterhin nicht genannt. Den detaillierten Bericht zum zweiten Quartal legt BASF am 29. Juli vor.

Deutsche Bank: 70.000 Kunden bedienen Kredite nicht

Immer mehr Kunden der Deutschen Bank können wegen der Corona-Krise ihre Kredite nicht mehr bedienen. „Wir haben bislang insgesamt etwa 70 000 Stundungsanträge von Privatkunden der Deutschen Bank und der Postbank erhalten“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl von Rohr der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Dabei handle es sich um einen einstelligen Prozentsatz des gesamten Kreditportfolios der Bank. Allerdings steige die Zahl der Stundungsanträge inzwischen deutlich langsamer als noch im Frühjahr.

Ein schärferes Sparprogramm oder weitere Filialschließungen hält von Rohr derzeit aber nicht für nötig. „Wir halten an dem geplanten Kostenziel fest, werden uns aber anstrengen, noch schneller unsere Ziele zu erreichen“, so der Banker.

Deutschlands größtes Kreditinstitut hatte sich im vergangenen Sommer einen radikalen Umbau verordnet, in dessen Zuge 18 000 Jobs wegfallen sollen. Die hauseigene Investmentbank wurde deutlich gestutzt, der Aktienhandel komplett eingestellt.

Einen erneuten Versuch einer Fusion mit der Commerzbank erteilte von Rohr eine Absage. „Wir haben uns vergangenes Jahr entschieden, von einem Zusammenschluss mit der Commerzbank abzusehen und stattdessen unsere eigenständige Strategie umzusetzen.“ 

Kurz & knapp:

Evonik: Die Corona-Krise hat den Spezialchemiekonzern Evonik in den vergangenen Monaten nicht so hart wie befürchtet getroffen. „Die Geschäfte sind im zweiten Quartal besser gelaufen, als noch im Mai angekündigt“, sagte Unternehmenschef Christian Kullmann der „Rheinischen Post“. „So profitierte unser Geschäft mit Zusatzstoffen für Tierfutter (Methionin) von der steigenden Geflügel-Nachfrage. Zudem werden uns Zusatzstoffe für Desinfektionsmittel, Hygieneartikel und Zahnpasta aus der Hand gerissen.“ In der Krise gebe es ein steigendes Hygiene-Bedürfnis. Evonik hatte Anfang Mai bei der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal die Prognose für 2020 gesenkt. Damals hatte Kullmann gesagt, dass robuste Geschäfte etwa mit der Lebensmittel-, Pharma- und Windkraftbranche, aber auch mit Desinfektionsmitteln die verschärfte Autokrise und Preisdruck durch den Ölpreisverfall nicht ausgleichen können. Evonik rechnet derzeit im laufenden Jahr mit einem Umsatz zwischen 11,5 und 13,0 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 1,7 bis 2,1 Milliarden Euro.

Ubisoft: Nach Vorwürfen von sexueller Belästigung und unangemessenem Verhalten müssen mehrere Führungskräfte beim französischen Spiele-Entwickler Ubisoft ihren Hut nehmen. Die Veränderungen in der Führungsetage sollen zu einer „Verbesserung der Unternehmenskultur“ führen, hieß es in einer Mitteilung am Sonntag. Die Veränderungen folgten auf eine strenge Überprüfung, die das Unternehmen als Reaktion auf die jüngsten Vorwürfe von Fehlverhalten durchgeführt habe. Chief Creative Officer Serge Hascoët, der Geschäftsführer des kanadischen Studios von Ubisoft, und die globale Personalleiterin Cécile Cornet haben demnach ihre Ämter niedergelegt. „Ubisoft war nicht in der Lage, seinen Mitarbeitern eine sichere und integrative Arbeitsumgebung zu garantieren. Dies ist nicht akzeptabel“, erklärte Ubisoft-Chef Yves Guillemot laut Mitteilung. „Toxisches Verhalten“ stehe im Widerspruch zu den Werten des Unternehmens. „Ich bin entschlossener denn je, tiefgreifende Veränderungen durchzuführen, um unsere Unternehmenskultur zu verbessern und zu stärken.“ In der französischen Zeitung „Libération“ berichteten mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anonym von moralischer und sexueller Belästigung.

Zalando: Die Deutsche Bank hat die Aktien des Onlinemodehändles bei einem auf 84 Euro verdoppelten Kursziel von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Die Plattformstrategie des Onlinehändlers nehme Fahrt auf, schrieb Nizla Naizer in einer am Montag vorliegenden Studie nach einem Analystenwechsel. Den Partner-Programmen werde aktuell noch deutlich zu wenig Wert beigemessen.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: 360b / Shutterstock.com

 

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