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Commerzbank: Zinstief und Konjunktur belasten die Quartalszahlen stark – Aktie fällt auf Mehrjahrestief

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Commerzbank: Zinstief und Konjunktur belasten die Quartalszahlen stark – Aktie fällt auf Mehrjahrestief

Zinstief und Konjunktureintrübung haben die Geschäfte der Commerzbank nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank belastet. Dank geringerer Steuern konnte das Institut im zweiten Quartal allerdings einen Gewinneinbruch verhindern. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 271 Millionen Euro und damit eine Million weniger als ein Jahr zuvor, wie das Institut am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Der operative Gewinn brach hingegen um ein Viertel auf 298 Millionen Euro ein, auch weil die Bank die Risikovorsorge für faule Kredite erhöhte. Damit verfehlte sie die Erwartungen der Experten.

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Am Finanzmarkt kamen die Zahlen dementsprechend schlecht an. Die Commerzbank-Aktie verlor kurz nach Handelsstart bis zu 4,6 Prozent auf 5,444 Euro und lag damit am MDax-Ende.

Damit fiel sie auf den tiefsten Stand des Jahres und näherte sich auch ihrem Rekordtief von 5,157 Euro aus dem Jahr 2016. Seit ihrem Jahreshoch von 8,255 Euro während der Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank im April hat die Aktie sogar rund ein Drittel eingebüßt. Derzeit ist die Commerzbank an der Börse insgesamt nur noch rund 6,9 Milliarden Euro wert.

Vorstandschef Martin Zielke verwies auf das Wachstum im Kundengeschäft, betonte aber auch: „Die Herausforderungen für die Branche und für uns nehmen weiter zu.“ Dies werde vermutlich weitere Investitionen erfordern „und genau das prüfen und bewerten wir im aktuellen Strategieprozess.“

Wachstum aus eigener Kraft wird schwer

Mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Firmenkunden und Mittelstand sieht sich die Commerzbank, deren größter Anteilseigner der deutsche Staat ist, zwar grundsätzlich gut aufgestellt. Allerdings sind die Möglichkeiten zu Wachstum aus eigener Kraft begrenzt. In der Branche herrscht ein harter Preiskampf. Zugleich ist die von Finanzinstituten herbeigesehnte Wende zu höheren Zinsen in weite Ferne gerückt.

Der Commerzbank-Vorstand will im Herbst aufzeigen, wie das Institut nach 2020 weiterentwickelt werden soll. Dann läuft der seit Herbst 2016 geltende Strategieplan aus. Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank waren im April gescheitert.

Für das laufende Jahr peilt Zielke zwar weiterhin einen etwas höheren Überschuss an als im Vorjahr. Dieses Ziel sei wegen der sich „spürbar eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Lage“ und der unsicheren Situation in der Weltpolitik aber „deutlich ambitionierter“ geworden, betonte das Management nun.

Niedrigzinsen drückt die Commerzbank ebenso wie den Rest der Branche nieder

So musste die Bank im zweiten Quartal schon deutlich mehr Geld für faule Kredite zurücklegen als ein Jahr zuvor. Die Bank führte dies insbesondere auf Einzelfälle zurück. Insgesamt sei das Risikoprofil weiter sehr gesund. Im vergangenen Jahr hatten die Frankfurter insgesamt einen Konzerngewinn von 865 Millionen Euro erzielt. In den ersten sechs Monaten verdiente das Institut 391 Millionen Euro.

Vor allem die anhaltenden Niedrigzinsen belasten die Kreditinstitute. Die Erträge – also die gesamten Einnahmen der Bank – sanken im zweiten Quartal um mehr als 2 Prozent auf 2,129 Milliarden Euro. Gemildert wurde der Gegenwind aus negativen Zinsen und Kosten für die Regulierung im ersten Halbjahr durch zusätzliches Geschäft mit neuen Kunden.

Unter dem Strich gewann die Commerzbank im zweiten Quartal samt ihrer Onlinetochter Comdirect 108.000 neue Privatkunden hinzu, seit Jahresbeginn waren es 232.000.

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: volzformat/shutterstock.com

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