Coronavirus Update: Epidemie-Höhepunkt in Deutschland im Juni? Chinas Wirtschaft sendet Zeichen der Erholung

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Coronavirus Update: Epidemie-Höhepunkt in Deutschland im Juni? Chinas Wirtschaft sendet Zeichen der Erholung

In Deutschland sind bis Dienstagvormittag 62.608 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 14.442 nachgewiesenen Fällen und 130 Toten und Bayern mit 14.437 Fällen und 133 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 120,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 75,3.

Mindestens 565 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Neue Berechnungen von Wissenschaftlern der Universitäten in Mainz und Hamburg haben einen möglichen Zeitpunkt für den Höhepunkt der Infektionswelle ergeben. Sollten die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen nach den Oster-Feiertagen gelockert werden, könnte der Höhepunkt der Epidemie bereits Anfang Juni erreicht sein. Rund 1,3 Millionen Deutsche würden dann mit dem Erreger infiziert sein. Nach einer Phase, in der die Fallzahlen kontinuierlich sinken würden, sollte dann voraussichtlich im August der Nullpunkt erreicht werden. Sollte die Kontaktsperre und die wirtschaftlichen Einschränkungen bis Juni bestehen bleiben, würde sich das Szenario um einen Monat verschieben.

Besserung in China

Eine wichtige Stimmungsumfrage in chinesischen Unternehmen signalisiert eine konjunkturelle Erholung nach dem Einbruch durch die Corona-Krise. Wie das Pekinger Statistikamt am Dienstag mitteilte, sind die offiziellen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Industrie und für den Bereich Dienstleistungen im März jeweils über die Wachstumsgrenze gestiegen. Der Indexwert für die Industrie stieg demnach auf 52,0 Punkte und der für den Dienstleistungssektor auf 52,3 Zähler.

Beide Indizes liegen damit über der Marke von 50 Punkten, die als Expansionsschwelle bezeichnet wird. Werte oberhalb deuten auf Wachstum hin, während Werte unterhalb der Marke auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten hindeuten.

Analysten wurden vom Ausmaß der Stimmungsaufhellung überrascht. Sie hatten zwar jeweils mit einem Anstieg der Stimmungsindikatoren gerechnet, waren aber im Schnitt von Werten deutlich unter der Expansionsschwelle ausgegangen.

Im Februar war der Indexwert für die Industrie noch auf 35,7 Punkte und der für den Bereich Dienstleistungen auf 29,6 Zähler eingebrochen. Dabei handelte es sich um historisch einmalige Rückschläge, die durch die März-Umfrage überraschend schnell aufgeholt werden konnten.

„Das macht Hoffnung, dass die Corona-Krise überwunden werden kann“, kommentierte Analyst Bernd Krampen von der NordLB. Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank sieht beim konjunkturellen Verlauf in China Ähnlichkeiten mit einer Erholung in V-Form. Demnach scheine auf den scharfen wirtschaftlichen Einbruch eine rasche Erholung zu folgen.

Die strengen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 hatten die chinesische Wirtschaft praktisch zum Stillstand gebracht. Langsam nehmen Fabriken und Unternehmen jedoch die Arbeit wieder auf. Bereits seit Wochen werden kaum noch inländische Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Die Daten des Pekinger Statistikamts spiegeln vor allem die Stimmung in größeren und staatlichen Unternehmen wider. In den kommenden Tagen folgen weitere Umfrageergebnisse der „Caixin“-Mediengruppe, die sich stärker auf kleinere und mittlere Unternehmen konzentrieren. Auch bei den Caixin-Daten rechnen Experten mit einer deutlichen Stimmungsaufhellung.

Wie das Statistikamt in Peking weiter mitteilte, hätten mehr als die Hälfte der befragten Firmen wieder mit der Arbeit begonnen und die Produktion aufgenommen. Dies bedeute jedoch nicht, dass Chinas Wirtschaft schon wieder zur Normalität zurückgekehrt sei.

Auch NordLB-Analyst Krampen sieht China nach der Überwindung des Höhepunktes der Katastrophe weiter in der Krise. Seiner Einschätzung nach liefern die Ereignisse in China Hinweise für die weitere Entwicklung in den europäischen Volkswirtschaften. Sie zeigen, „wie lange eine wirtschaftliche Krise in Zeiten der Ausbreitung des Corona-Virus und der Anordnung drastischer Gegenmaßnahmen noch anhalten kann.“

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: creativeneko / Shutterstock.com

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