Dassault einigt sich mit Airbus im Kampfjet-Streit - Politik am Zug

Reuters

Paris (Reuters) - Die Hersteller sind sich einig, die politische Zustimmung zum europäischen Kampfjet-Projekt FCAS steht aber noch aus:

Der französische Rüstungszulieferer Dassault Aviation hat nach Angaben von Vorstandschef Eric Trappier einen Durchbruch im Streit mit Airbus über die Aufgabenteilung bei dem Prestigeprojekt erreicht. "Es war schwierig, aber wir haben einen Ausgleich gefunden", bestätigte Trappier am Dienstag in Paris Informationen von Reuters. Dassault bekommt demnach die industrielle Führung bei der Entwicklung des neuen Kampfjets, der nach 2040 den Eurofighter und die französische Rafale ablösen soll. Airbus erhält im Gegenzug einen Anteil von zwei Dritteln am Bau des Future Combat Air System (FCAS).

Die politischen Differenzen über die Rechte am geistigen Eigentum sind jedoch noch nicht beigelegt. Trippier sagte, er hoffe, dass die Parlamentarier sich über die strategische Bedeutung des 100 Milliarden Euro schweren Projekts im Klaren seien und ihr Zwistigkeiten beilegten. Kritisch wird vor allem die politische Entscheidung in Deutschland gesehen. Dort soll der Haushaltsausschuss im Juni grünes Licht geben. Der Zeitplan gilt - so kurz vor der Bundestagswahl - aber als ambitioniert.

Der Dassault-Chef zeigte sich überrascht vom Abschied seines Verhandlungspartners bei Airbus, Dirk Hoke. Der 52-jährige Chef der Rüstungssparte hatte am Montagabend seinen Abschied zum 1. Juli verkündet. Trappier lobte Hoke: Er habe nach "schwierigen Gesprächen" entscheidend zu der Einigung beigetragen. Dabei war das Verhältnis der beiden Verhandlungspartner in Branchenkreisen als von Misstrauen geprägt beschrieben worden. Hoke, der vor gut fünf Jahren von Siemens zu Airbus gekommen war, habe schon lange über seinen Ausstieg verhandelt, diesen aber wegen der Corona-Krise verschoben, hieß es in Unternehmenskreisen. Er wolle selbst Vorstandschef eines großen Unternehmens werden.

Hokes Nachfolger als Chef der Rüstungssparte kommt ebenfalls aus Deutschland: Michael Schöllhorn war bisher Chief Operating Officer (COO). Neuer Chef der Militärflugzeug-Sparte - die auch das FCAS-Projekt managt - wird ein Franzose: Jan-Brice Dumont löst den Spanier Alberto Gutierrez ab. Dieser rückt als Technik-Chef ins Top-Management auf und bleibt zugleich für die Spanien-Tochter zuständig.

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