Netflix: Abonenntenzahl deutlich über den Erwartungen – Aktie schnellt zweistellig in die Höhe, aber auch fast genauso schnell wieder zurück

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Netflix: Abonenntenzahl deutlich über den Erwartungen – Aktie schnellt zweistellig in die Höhe, aber auch fast genauso schnell wieder zurück

Die Corona-Krise legt die Weltwirtschaft lahm und hält die Finanzmärkte in Atem. Doch während viele US-Unternehmen Geschäfte oder Fabriken dichtmachen und Mitarbeiter beurlauben oder entlassen müssen, spielt der Stillstand anderen in die Karten. Netflix ist so ein Fall – der Online-Videodienst profitiert wie wenige andere Firmen davon, dass zahlreiche Menschen weltweit zuhause bleiben. Zudem hat der Streaming-Marktführer mit der Doku-Serie „Tiger King“ zuletzt auch noch einen großen viralen Hit gelandet.

Der 1997 im kalifornischen Los Gatos gegründete Konzern befindet sich auf einer der größten Erfolgswellen seiner Unternehmensgeschichte. An der Börse hat die Aktie von Netflix – bei einem allgemeinen Kurssturz – in diesem Jahr schon um über 36 Prozent zugelegt und zuletzt neue Rekordhochs geknackt. Mit einem Börsenwert von knapp 195 Milliarden Dollar wurde sogar der US-Unterhaltungsriese Walt Disney überholt, der im Winter noch doppelt so viel wert war wie Netflix.

Die Corona-Pandemie hat für gute Zahlen gesorgt. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,57 Dollar leicht unter den schätzungen der Experten die mit einem Gewinn je Aktie von 1,65 Dollar gerechnet hatten. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres lag der Gewinn je Aktie bei 0,76 Dollar. Die Erlöse stiegen um 28 Prozent auf 5,77 Milliarden Dollar nach  4,52 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Hier konnte der US-Streamingdienst die Erwartungen der Analysten leicht übertreffen. Die hatten im ersten Quartal 5,75 Milliarden Dollar auf der Rechnung.

Knock-Outs zur Netflix Aktie

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Netflix-Aktie wird steigen
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Rund um den Globus ist die Zahl der Abonnenten auf 182,86 Millionen gestiegen, was einem Anstieg von 22,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit unterstreicht Netflix einmal mehr, dass die Kalifornier der unangefochtene Streaming-König sind: Schon bevor die Virus-Ausbreitung Menschen rund um den Globus in ihren eigenen vier Wänden hielt, hatte der Service 167 Millionen Abonnenten. Von Anfang Januar bis Ende März hatte Netflix sich vorgenommen, sieben Millionen weitere Kunden hinzugewinnen.

Zwar haben die Auswirkungen der Pandemie die meisten Teile der Welt - und den wichtigen US-Heimatmarkt - erst im vergangenen Monat richtig erfasst. Dennoch rechnen Experten damit, dass Netflix seine Wachstumsziele locker übertreffen wird. Die durch den Virus-Ausbruch bedingte "Stay at home"-Ära dürfte dafür sorgen, dass Netflix seinen Vorsprung im Streaming-Markt noch weiter ausbaut, meint Analyst Brian Russo von der Credit Suisse . Die Konkurrenz sei noch nicht global genug aufgestellt, um im gleichen Maße vom Trend zu profitieren.

Der perspektivisch gesehen größte Rivale Disney+ boomt zwar ebenfalls stark - vorletzte Woche erst gab er bekannt, nur fünf Monate nach dem Start bereits 50 Millionen zahlende Abonnenten zu haben. Disney lockt mit günstigen Aktionspreisen und beliebten Produktionen wie der "Star Wars"-Serie "The Mandalorian", dennoch bleibt der Abstand zu Netflix vorerst groß. Denn während der Marktführer seit über zehn Jahren im Geschäft und in über 190 Ländern weltweit vertreten ist, hat die internationale Expansion von Disney+ gerade erst begonnen.

Anders als Disney hat Netflix bislang zudem keine anderen Geschäftsfelder wie Themenparks oder Kreuzfahrten, die unter der Corona-Krise leiden. "Die Stay-at-home-Ära dürfte sowohl kurz- als auch langfristige Vorteile für Netflix haben", heißt es in einer Analyse des Investmenthauses Bernstein. Selbst wenn die Pandemie überwunden sei, werde der Streaming-Dienst weiter profitieren. Viele der neuen Kunden dürften den Service auch danach behalten.

Aktie fährt kurz Achterbahn

Nachbörslich schnellte die Netflix-Aktie kur zweistellig in die Höhe. Mittleweile hat sie allerdings ihre Gewinne wieder abgegeben und ist ins Minus gerutscht. Die Freude der Anleger über die deutliche Steigerung der Abonnentenzahlen währte daher nur kurz.

Von Markus Weingran / dpa-AFX

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