Salzgitter-Chef erwartet gutes Stahljahr

Reuters

Düsseldorf (Reuters) - Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern Salzgitter rechnet nach den Worten von Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann mit einer weiteren Erholung der Nachfrage.

"Die Stimmung ist deutlich besser geworden", sagte der Manager am Dienstagabend auf einer virtuellen Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV). "Die Nachfrage hat sich erheblich stabilisiert." Auch die Preise für Stahl seien stark gestiegen. Allerdings seien auch die Rohstoffkosten, insbesondere für Eisenerz und Schrott, erheblich gestiegen. Die wirtschaftliche Lage habe sich aufgehellt. Daher habe der Konzern auch seine Prognose für 2021 kürzlich angehoben und erwarte nun ein Vorsteuerergebnis von 150 bis 200 Millionen Euro.

"Die Bäume, die wachsen weiß Gott auch nicht in den Himmel", betonte Fuhrmann. Die Versorgungspipeline der Kunden mit Stahl sei so weit leer gefahren, dass die Nachfrage noch eine Weile anhalten könne. "Ewig wird das aber auch nicht anhalten." Fuhrmann wies darauf hin, dass in den vergangenen Jahren die Importe von Stahl in die EU gestiegen seien. Der Stahlverbrauch sei zwar auch etwas gestiegen. Nur davon hätten die einheimischen Stahlhersteller weniger. "Und dem kann nicht mit sogenannter Konsolidierung begegnen." Die angeblichen Überkapazitäten in der EU seien entstanden durch die ständig steigenden Importe, insbesondere aus Regionen, wo die Hersteller subventioniert werden.

Durch den Umbau der Branche zu einer klimaneutralen Produktion stünden die europäischen Stahlkocher vor enormen Kosten, erklärte Fuhrmann. Auf die Frage, ob hier nicht auch Fusionen hilfreich wären, wie sie von Befürwortern einer Deutschen Stahl AG mit Thyssenkrupp ins Spiel gebracht werden, zeigte er sich skeptisch. "Sehe ich nicht, weil wir müssen ja genauso wie auch an den Standorten unserer Mitbewerber die entsprechenden Investitionen durchführen." Fusionen würden die Investitionsbedarfe an den jeweiligen Standorten nicht vermindern. Zusammenarbeit sei eine andere Frage. Sie komme aber nur in Betracht, wenn sich dadurch eine Win-Win-Situation ergeben würde.

Fuhrmann ist seit 2011 Vorstandsvorsitzender des Konzerns. Er wird in diesem Jahr 65 und tritt Ende Juni in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der Windenergiechef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Gunnar Groebler.

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