Synbiotic will Profit aus Cannabis-Legalisierung in Deutschland ziehen

Reuters

Berlin (Reuters) - Synbiotic will Kapital aus der geplanten Legalisierung von Cannabis schlagen.

"Wenn es kommt, wird es für uns eine Umsatz- und Gewinnexplosion mit sich bringen", sagte der Chef der einzigen börsennotierten deutschen Unternehmensgruppe im Bereich Cannabinoide, Lars Müller, in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Dann werde die Gruppe auch in den Freizeitkonsum einsteigen und "eigene Vergabestellen" eröffnen. "Wir alle wissen, dass die Party erst in drei bis fünf Jahren losgeht. Wir sind noch ganz am Anfang", sagte der Allgäuer, der darauf hofft, "dass die Politik nun zusammen mit den Branchenverbänden an dem Weg in die Legalisierung und einem Cannabis-Reinheitsgebot arbeitet".

Die Ampel-Koalition will Cannabis in Deutschland zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften legalisieren. Medizinisches Cannabis gibt es seit 2017 auf Rezept. In Kanada und Uruguay ist Cannabis bereits vollständig legalisiert, ebenso wie in mehreren US-Bundesstaaten. Die Analysten von Hauck&Aufhäuser halten es für wahrscheinlich, dass der deutsche Markt im Falle einer Legalisierung ähnlich groß wie der kanadische wird, wo der Cannabis-Jahresumsatz inzwischen die Marke von zwei Milliarden Euro geknackt hat. Synbiotic könne sich als europäischer Marktführer etablieren.

Die Pläne der neuen Regierung haben der Synbiotic-Aktie bereits jetzt zu einem Höhenflug verholfen. Der Anteilsschein hat seinen Kurs in den vergangenen beiden Wochen mehr als verdoppelt und erreichte zum Wochenauftakt ein Rekordhoch von 43 Euro. Nun will Müller mehr Anleger ansprechen und strebt in Kanada eine Zweitnotierung an. "Ich hoffe, dass wir dies im Januar über die Bühne bringen", sagte der Solidmind-Gründer, dem Startup hinter der CBD(Cannabidiol)-Marke Hempamed. "Für kanadische und US-Investoren wollen wir die Lösung sein, um einen Fuß in den europäischen Hanf- und Cannabismarkt zu bekommen", sagte Müller, der nach eigenen Angaben "mit 31 Jahren wohl der jüngste Chef eines börsennotierten Unternehmens in Europa" ist.

Synbiotic ist als leere Unternehmenshülle im November 2019 an der Frankfurter Börse gestartet. Inzwischen zählen acht Firmen zu der am Markt mit rund 150 Millionen Euro bewerteten Gruppe - neben Solidmind, die Hanfmilch-Marke Hemi und die Pharmafirma Greenlight. Bald sollen Müller zufolge weitere Unternehmen zu der Plattform hinzustoßen. Nach einem Pro-Forma-Umsatz von 9,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr soll es dieses Jahr zu 15 Millionen Euro reichen.

Der deutsche Investor Christian Angermayer hält mit seinem Family Office Apeiron rund 45 Prozent an Synbiotic. Er hat auch das auf die Behandlung psychischer Krankheiten mit sogenannten "Magic Mushrooms" spezialisierte Biotech-Startup Atai Life Sciences mitgegründet.

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